Diskussion über Austritt oder Verbleib
: Bleibt Leonberg Teil des European Energy Awards?

Das Projekt soll die Erfolge einer Kommune in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaschutz mess- und sichtbar zu machen. Nun werden Stimmen laut, die es für unnötig halten.
Von
Marius Venturini
Stuttgart
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Macht Leonberg weiterhin beim European Energy Award mit – oder nicht?

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Macht Leonberg weiterhin beim European Energy Award (EEA) mit oder nicht? Mit dieser Frage haben sich jüngst der Planungsausschuss sowie der gesamte Gemeinderat befasst – ersterer auf Antrag des Freien Wählers Jörg Langer. Das Ergebnis im Ausschuss: ein Patt mit fünf zu fünf Stimmen und einer Enthaltung. Im Gemeinderat wurde weiterdiskutiert.

Klimaschutz in Leonberg: Ein Schritt zur EEA-Zertifizierung?

Die städtische Klimaschutzmanagerin Aylina Scheidemantel hatte im Ausschuss gerade das energiepolitische Arbeitsprogramm für dieses und das kommende Jahr vorgestellt, für eben jenen EEA. Dieser dient dazu, die Erfolge einer Kommune in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaschutz mess- und sichtbar zu machen. „Die Stadt nutzt dieses Zertifizierungsverfahren, um ihre Energie- und Klimaschutzaktivitäten systematisch zu erfassen, zu bewerten und kontinuierlich zu verbessern“, hieß es in der Vorlage für die Gemeinderatssitzung.

Jörg Langer hingegen bezeichnete den EEA als „Selbstbelobigungsprojekt“, aus dem landauf, landab zahlreiche Kommunen und Kreise bereits wieder ausgestiegen seien. Das sah Bernd Murschel (Grüne) natürlich anders. „Wir brauchen die Priorisierung von Klimathemen“, betonte er. Man könne nicht einfach sagen: „Wir finden das eigentlich gut, aber doch nicht.“

Das von Aylina Scheidemantel vorgestellte Papier umfasste etwa Projekte und Aktivitäten wie den weiteren Ausbau des Car-Sharing Angebots, Schulprojekte wie das Klimaschutzlogo und Klimahelden, den Bau von Radabstellanlagen, die Zusammenarbeit mit regionalen Nachbarkommunen, den Hitzeschutzaktionsplan sowie den Klima-Tag.

Im Gemeinderat gibt es nach langem Hin und Her einen Kompromiss

Leonberg fehlt nicht mehr viel, um beim EEA auf 40 Prozent und somit auf Stufe 1 zu kommen. Im Oktober 2026 gibt es die nächste Chance für Leonberg, die EEA-Zertifizierung zu erlangen – falls die Kommune dann noch dabei ist. 40 0000 Euro steckt die Stadt bis zur Zertifizierung in das Projekt, an dem sie seit 2022 teilnimmt. Übrigens endete die Abstimmung über den ursprünglichen Antrag zum energiepolitischen Arbeitspapier im Ausschuss mit einem Unentschieden.

Im Gemeinderat gab es am Dienstagabend nun einen Kompromiss. Beschlossen wurde mit Mehrheit, dass sieben Einzelprojekte aus dem Gesamtpaket ausgewählt werden, nicht aber das komplette Arbeitsprogramm. Klaus Brenner erklärte, dass die Stadt 13 000 Euro einspare, wenn sie sofort ausstiege. Dann aber gebe es auch keinen Zuschuss über 10 000 Euro. Die Gesamtersparnis liege also bei 3000 Euro.

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