Durchbruch bei „Gartenäcker“ in Gültstein
: Herrenberg bekommt sein Baugebiet – nach jahrelangem Rechtsstreit

Archäologische Funde und Anwohnerklagen: Das Baugebiet „Gartenäcker“ drohte zur unendlichen Geschichte zu werden. Jetzt sei das Verfahren abgeschlossen, die Bagger können anrollen, teilt Herrenberg mit.
Von
Eddie Langner
Gültstein
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Die Erschließung des Baugebiets Gartenäcker kann und soll nun fortgesetzt werden.

Das Heilungsverfahreen ist abgeschlossen – die Erschließung des Baugebiets Gartenäcker kann und soll nun endlich vorankommen.

Stadtverwaltung Herrenberg
  • Bebauungsplan „Gartenäcker“ in Gültstein ist nach Heilungsverfahren rechtskräftig.
  • Gericht hatte Mängel bei Beteiligung, Verkehrsgutachten und Lärmprüfung festgestellt.
  • Stadt akzeptierte Urteil und heilte die Fehler – der Plan gilt rückwirkend wieder.
  • Umlegungsverfahren ist abgeschlossen, Erschließung und Vermarktung starten.
  • Private und Stadt können bauen, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war ein langer Weg: Mehr als drei Jahre nach dem ursprünglichen Beschluss ist der Bebauungsplan für das Baugebiet „Gartenäcker" im Herrenberger Stadtteil Gültstein nun endgültig rechtskräftig. Über einen Zeitraum von rund dreizehn Jahren hatte die Stadt Herrenberg versucht, das drei Hektar große Baugebiet am südöstlichen Ortsrand von Gültstein zu entwickeln.

Nach mehreren Planungsrunden, vielen Gutachten sowie Personalengpässen im Rathaus hatten Archäologen 2022 frühmittelalterliche Siedlungsspuren auf dem Baugrund entdeckt und damit das Projekt ausgebremst. Danach funkte Justitia dazwischen: Ende November 2023 – am Abend vor Ablauf der rechtlichen Frist – reichten zwei Anlieger Rechtsmittel ein.

Das Heilungsverfahren ist abgeschlossen

Ein Verwaltungsgerichtsurteil hatte Verfahrens- und Planungsfehler festgestellt und den Bebauungsplan im vergangenen Jahr für ungültig erklärt. Um den Rechtsstreit nicht noch weiter in die Länge zu ziehen, hatte die Stadt beschlossen, das Urteil zu akzeptieren und ein sogenanntes Heilungsverfahren anzustoßen – mit dem Ziel, die angemahnten Kritikpunkte zu beseitigen.

Das Baugebiet Gartenäcker liegt am südöstlichen Rand von Gültstein.

Das Baugebiet Gartenäcker liegt am südöstlichen Rand von Gültstein.

Stadtverwaltung Herrenberg

Nun ist dieses Heilungsverfahren abgeschlossen. Das berichtet die Stadtverwaltung in Pressemitteilung. Ursprünglich hatte der Gemeinderat den Bebauungsplan „Gartenäcker" bereits im September 2022 beschlossen. Mit der öffentlichen Bekanntmachung im November desselben Jahres war er damals formal in Kraft – so weit, so gewöhnlich.

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Gericht hatte den Bebauungsplan für unwirksam erklärt

Doch dann kam der Einspruch: Ein Normenkontrollantrag landete beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, dem höchsten Verwaltungsgericht des Landes. Das Gericht prüfte den Plan und erklärte ihn im Mai 2025 für unwirksam. Die Richter beanstandeten gleich mehrere Punkte. Zum einen war die Öffentlichkeitsbeteiligung nicht korrekt durchgeführt worden, zum anderen hatte die Stadt versäumt, ein Verkehrsgutachten einzuholen. Schließlich bemängelte das Gericht auch die Untersuchung der zu erwartenden Lärmbelastung.

Das Baugesetzbuch lässt ausdrücklich zu, dass Fehler in einem Bebauungsplan nachträglich behoben – oder in Juristensprache ausgerückt: geheilt werden können. Ein wichtiger Vorteil: Wird das Verfahren erfolgreich abgeschlossen, tritt der Plan rückwirkend zum ursprünglichen Datum wieder in Kraft – als wäre der Fehler nie passiert.

Gute Nachricht für die künftigen Bewohner

Genau diesen Weg ist die Stadt Herrenberg gegangen. Der Gemeinderat beschloss im Juli 2025 die Einleitung des Heilungsverfahrens und arbeitete nach und nach die beanstandeten Punkte ab. Vor zwei Wochen, am 28. Juli, fasste der Gemeinderat dann den erneuten Satzungsbeschluss, am 6. August erfolgte die öffentliche Bekanntmachung. Damit ist das Verfahren abgeschlossen.

Für die künftigen Bewohner des Baugebiets ist das eine gute Nachricht. Das Umlegungsverfahren ist bereits abgeschlossen. Private Bauherren können ihre Grundstücke nun entwickeln. Auch die Stadt selbst kann ihre Flächen im Gebiet vermarkten. Die Verwaltung steht nach eigenen Angaben im engen Austausch mit allen Beteiligten, um das Wohngebiet zügig zu erschließen und dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.