Wetterumschwung im Kreis Böblingen: Gerüstet für Schnee und Blitzeis?

Am Donnerstagabend könnte es auch im Kreis Böblingen zu Eisglätte und Schneefall kommen. Die Straßenmeistereien im Kreis sind vorbereitet.
Bischof/ArchivBlitzeis, Schneesturm, Lebensgefahr? Kommt es tatsächlich so dicke oder wird eher Panik verbreitet? Die Wetterprognosen bis Freitag früh sind zwar nicht eindeutig. Der Baubetriebshof im Kreis ist trotzdem vorbereitet und in gespannter Ruhe.
Laut Wetterexperte Jörg Kachelmanns Homepage lautet die Prognose: Von 15 Uhr an soll es Schneeregen geben, der immer nasser wird – sprich: zum Abend hin Regen. Dieser fällt auf gefrorenen Boden, denn so schnell taut der nicht auf. Die Temperaturen liegen zwischen minus drei und plus sechs Grad. Es könnte also durchaus zu glatten Straßen kommen, in manchen höher gelegenen Regionen im Landkreis auch zu Schneeregen. Ein Blizzard droht also wohl nicht – aber gefährlich kann es trotzdem werden.
Fahrer sind „alte Hasen“
„Wir fahren schon seit Winterbeginn einen Dreischichtbetrieb“, sagt Wladimir Hahnstein, Leiter des zuständigen Amtes für Straßenbau im Landkreis. Seine Fahrer seien „alte Hasen“, die durchaus bei extremen Wetterlagen mal etwas angespannt sein könnten – aber die Erfahrung helfe, den Job sorgfältig und unaufgeregt zu machen. „Natürlich wird darüber gesprochen, wenn solche Vorhersagen kommen“, sagt er. Aber eben im Rahmen des ganz normalen Jobs.
Anders sehe es schon aus, wenn man zum ersten Mal auf so einem großen Fahrzeug sitze. Hahnstein: „Da sind auf jeden Fall alle Sinne geschärft.“ In Magstadt mache gerade die erste Frau im Dienst ihren Führerschein für derlei Räumfahrzeuge, die das natürlich könne, wie jeder Mann – aber sie werde wohl in diesem Winter noch nicht ihre erste Fahrt in Schnee und Eis übernehmen.
Mit insgesamt acht eigenen und elf Fahrzeugen von Fremdunternehmen sorgen die Straßenmeistereien jedenfalls für freie Fahrt. Die Mitarbeiter räumen auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Auf der Autobahn liege die Verantwortung für den Winterdienst bei der Autobahn GmbH des Bundes und innerorts bei den Städten und Gemeinden.
„Bitte langsam fahren“
Und natürlich muss auch Salz gestreut werden. Hahnstein: Wer direkt hinter einem Räumfahrzeug fahre, müsse sich bewusst sein, dass das Salz nicht binnen Sekunden wirke – und „man weiß hinten dran nicht, wie die Straße vor dem Räumfahrzeug aussieht“. Deshalb der unbedingte Appell des Profis: „Bitte langsam fahren, hinter den Räumfahrzeugen bleiben, Abstand halten und Ruhe bewahren.“
Übrigens: Räumpflicht betrifft auch die Bürgerinnen und Bürger. Vor Wohnhäusern sind im Normalfall die Mieter oder Eigentümer in der Pflicht. Nur in seltenen Fällen kümmern sich die Kommunen auch dort. In den Städten Böblingen und Sindelfingen gibt es einen gemeinsamen Zweckverband Technische Betriebsdienste (ZV TBS), der für Räumen und Streuen der Straßen im Stadtgebiet verantwortlich ist.
Zahlen und Fakten zum Winterdienst
Straßenmeistereien
Laut dem Landesverkehrsministerium gibt es in den 35 Landkreisen im Südwesten 86 Straßenmeistereien, die unter anderem für den Winterdienst zuständig sind. Das Land beschäftigt insgesamt 2150 Straßenwärter.
Straßennetz
Die Meistereien sind für ein umfangreiches Straßennetz zuständig. Dieses umfasst rund 4200 Kilometer Bundesstraßen, rund 10 000 Kilometer Landesstraßen und rund 12 000 Kilometer Kreisstraßen.
Fahrzeuge
Um die Fahrbahnen möglichst schnee- und eisfrei zu halten, besteht der Fuhrpark der Straßenmeistereien aus rund 400 Winterdienstfahrzeugen – Lastwagen und Unimogs.
Salz
Der Streustoff für Auftausalze und Sole besteht aus Natriumchlorid, also aus Kochsalz. In den Salzhallen und -silos lagern insgesamt rund 160 000 Tonnen. Durchschnittlich sind in den letzten zehn Wintern rund 140 000 Tonnen Salz verbraucht worden, im vergangenen Jahr wurde mit rund 110 000 Tonnen deutlich weniger gestreut.