Fahrradfahren in Sindelfingen
: Radschnellweg: Stadt und Landkreis treten als Tandem in die Pedale

Beim Bau von Radschnellwegen soll das Tempo verschärft werden, um Unternehmen besser anzubinden. Im Fokus steht die Achse zwischen Herrenberg, Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart – der „RS 1“.
Von
Wolfgang Berger
Sindelfingen
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ARCHIV - 31.05.2019, Baden-Württemberg, Böblingen: Radfahrer fahren nach der Eröffnung des Radschnellwegs zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart an einer Aufschrift auf dem Asphalt vorbei. Der erste Radschnellweg in Baden-Württemberg ist am 31.05.2019 für den Verkehr freigegeben worden. (zu dpa: «6,4 Millionen Euro vom Bund für weitere Radschnellwege») Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Radfahrer fahren nach der Eröffnung des Radschnellwegs zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart an einer Aufschrift auf dem Asphalt vorbei. Der erste Radschnellweg in Baden-Württemberg ist am Ende Mai 2019 für den Verkehr freigegeben worden.

Christoph Schmidt/dpa
  • Landkreis Böblingen und Sindelfingen planen Radschnellwege gemeinsam – Absichtserklärung steht.
  • Fokus ist der RS 1 zwischen Herrenberg, Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart.
  • Sindelfingen plant Abschnitte an der Käsbrünnlestraße und an der Überdeckelung der A 81.
  • Land und Bund fördern den Bau mit 75 bis maximal 90 Prozent der Investitionskosten.
  • Ziel ist eine schnelle, kreuzungsarme Verbindung, die Unternehmen besser ans Radnetz anbindet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Landkreis Böblingen und die Stadt Sindelfingen wollen die Planung und den Bau von Radschnellwegen auf Sindelfinger Gemarkung künftig gemeinsam verfolgen. Dazu unterzeichneten beide Seiten eine Absichtserklärung. Sie schaffe einen verbindlichen Rahmen für das weitere Vorgehen. Die Gremien des Landkreises und der Stadt hätten jeweils ihre Zustimmung erteilt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Radschnellwege verbinden Städte und Gemeinden auf leistungsfähigen Trassen. Sie werden möglichst direkt und kreuzungsarm geführt und ermöglichen zügige und komfortable Verbindungen über längere Distanzen. Auf diese Weise lassen sich auch Strecken von mehr als fünf Kilometern in angemessener Zeit mit dem Fahrrad zurücklegen.

Der Landkreis will damit die Mobilität klimafreundlich gestalten und seine Klimaschutzziele unterstützen. Zugleich entlasten die Wege stark befahrene Straßen und senken so den Ausstoß von Treibhausgasen, Luftschadstoffen und Lärm.

Der Landkreis und die Stadt richten den Blick zunächst auf die Achse zwischen Herrenberg, Böblingen, Sindelfingen und Stuttgart – den „RS 1“. Einige Abschnitte des Radschnellwegs sind von Böblingen bis Ehningen bereits gebaut und befahrbar. Damit entstehe eine durchgängige Verbindung, die insbesondere die umliegenden Gewerbegebiete und Unternehmen besser an das Radwegenetz anbindet.

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Landrat Roland Bernhard betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln, gelingt der Lückenschluss auf dem Radschnellweg.“ Die Stadt Sindelfingen habe bereits „wichtige Vorarbeiten geleistet. Ein leistungsfähiger Radschnellweg ist ein wichtiger Baustein für eine moderne und nachhaltige Mobilität“, wird Sindelfingens Oberbürgermeister Markus Kleemann (CDU) zitiert.

Die Förderquote liegt bei maximal 90 Prozent

Die Absichtserklärung regelt mehrere Punkte. Die Stadt Sindelfingen übernimmt die Aufgabe der Planung. So kümmert sie sich unter anderem um die Abschnitte im Zuge der Käsbrünnlestraße und im Bereich der Überdeckelung der A 81. Dort hat die Stadt bereits planerische Vorarbeiten geleistet.

Des Weiteren regelt die Absichtserklärung die Kostentragung für die einzelnen Bauabschnitte. Das Land und der Bund unterstützen derzeit den Radschnellwegbau mit einer Förderquote von 75 bis maximal 90 Prozent der Investitionskosten.

Der Landkreis hatte die Zusammenarbeit fachlich vorbereitet. Im Jahr 2019 ließ er eine Machbarkeitsstudie zu Radschnellverbindungen in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg erstellen. Im Jahr 2022 folgte eine vertiefende Studie für die Gemarkungen Böblingen und Sindelfingen. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Studien haben beide Verwaltungen die nun vorliegende Absichtserklärung erarbeitet.

Bereits am 16. Mai 2022 hatte der Kreistag beschlossen, die Baulast für den Abschnitt im Bereich der Käsbrünnlestraße zu übernehmen. Die Stadt Sindelfingen hat hierzu in ihrer Gemeinderatssitzung am 30. Juni ihren ursprünglichen Beschluss angepasst, so dass die Käsbrünnlestraße nun komplett zum Radschnellweg umgebaut werden kann und keine zusätzliche Kfz-Spur mehr entwickelt wird.