Falscher Gefahrgut-Alarm: Ausgelaufenes Spülmittel löst Großeinsatz in Gärtringen aus
Ein Großeinsatz, der sich gewaschen hat: Die Feuerwehr in Gärtringen (Kreis Böblingen) ist am Dienstag wegen eines vermeintlichen Gefahrgutalarms ausgerückt. Nach bisherigen Informationen der Einsatzkräfte vor Ort war in der Max-Planck-Straße eine Flüssigkeit aus einem Lkw-Auflieger ausgelaufen. Das hatte gegen 10.20 Uhr einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Der Lastwagen hatte auch Gefahrgut geladen, weshalb zunächst unklar war, um welche Substanz es sich handelte.
Als die Einsatzkräfte eintrafen, stellten sie fest, dass tatsächlich eine unbekannte Flüssigkeit aus dem Auflieger austrat. Nach einer Überprüfung der Ladung gab die Feuerwehr jedoch schnell Entwarnung: Bei der Flüssigkeit handelte es sich demnach nicht um ein Gefahrgut, sondern lediglich um Spülmittel.
Auf dem Lkw-Anhänger war wohl tatsächlich auch Gefahrgut geladen
Im Einsatz war neben der Gesamtfeuerwehr Gärtringen unter anderem auch der Umweltschutzzug Süd des Landkreises Böblingen. Auch Kreisbrandmeister Martin Amler machte sich vor Ort ein Bild der Lage. Der Rettungsdienst und die Polizei waren ebenfalls im Einsatz.
Der vermeintliche „ 3UM“-Einsatz, wie Umweltgroßalarme bei der Feuerwehr genannt werden, stellte sich laut Gärtringens Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Markus Priesching am Ende als ein harmloses Leck in einem 21-Liter-Kanister mit handelsüblichem Spülmittel für Industrie- und Gastronomiespülmaschinen heraus. „Im Grunde hat das nur herausgetröpfelt. Das war wirklich vernachlässigbar“, sagt Priesching rückblickend.
Der Fahrer des Lastwagens hatte das Auslaufen bemerkt und weil er sich wohl über das Ausmaß und die Gefahr unsicher war, die Leitstelle angerufen. Dort hatte er laut Priesching die Frachtpapiere vorgelesen. „Da stehen dann nicht die Handelsnamen, sondern die chemischen Zusammensetzungen drin“, erklärt der Kommandant, warum man bei der Feuerwehr zunächst von einem Gefahrguteinsatz ausgegangen sei. „Dafür hätte aber deutlich mehr auslaufen müssen“, erklärt Priesching.
Alle anderen 13 Kanister seien aber intakt gewesen – und damit hatte sich der befürchtete Umwelteinsatz so schnell aufgelöst wie Schaum im Spülbecken.







