Flug über dem Kreis Böblingen: Das Auge der Nato kreist über der Region Stuttgart

Eine solche E-3 der Nato kreiste am Dienstag über Südwestdeutschland – inklusive der Region Stuttgart (Archivbild).
IMAGO/Klaus W. Schmidt- Ein Nato-Frühwarnflugzeug E-3A kreiste am Dienstag stundenlang über dem Südwesten.
- Start war in Geilenkirchen, dann Flug über Westerwald, Koblenz und Mannheim nach Karlsruhe.
- In rund 10 Kilometern Höhe zog der Jet einen Kreis von etwa 50 Kilometern Durchmesser.
- Der Kurs führte über Karlsruhe, Pforzheim, Baden-Baden, Freudenstadt, Herrenberg und Weil der Stadt.
- AWACS überwacht den Luftraum; an Bord arbeiten Crew und Spezialisten mit dem markanten Radarsensor.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine ungewöhnliche Flugbewegung hat am Dienstagvormittag über dem Südwesten für Aufmerksamkeit gesorgt: Ein Frühwarnflugzeug der Nato vom Typ E-3A drehte am Vormittag mehrere Stunden lang weite Kreise über Teilen Baden-Württembergs und beschrieb dabei eine nahezu perfekte Kreisbahn. Wir erklären, was es mit dem Flug auf sich hat.
Was für ein Flugzeug flog Kreise über Baden-Württemberg?
Onlineportale zur Nachverfolgung von Flügen zeigen, wie die Maschine am Morgen in Geilenkirchen bei Aachen abhob. Auf dem dortigen Nato-Flugplatz sind die AWACS-Maschinen stationiert. Der Flug führte zunächst über den Westerwald, von dort aus über Koblenz und Mannheim direkt nach Karlsruhe. Dort begann die Maschine in einer Höhe von rund 10 Kilometern zu kreisen. Der Zirkel, den der Jet dabei in den Himmel zog, hatte einen Durchmesser von rund 50 Kilometern und führte über Karlsruhe, Pforzheim, Baden-Baden, Freudenstadt – und im Osten auch über Herrenberg und Weil der Stadt (Kreis Böblingen). Erst gegen 12.30 Uhr drehte die Maschine Richtung Ostdeutschland ab.
Die Sichtung einer solchen Maschine ist in unserer Region nicht alltäglich. So sind die AWACS-Maschinen regelmäßig über Osteuropa, den baltischen Staaten und den Meeresgebieten an der Grenze zum Einflussbereich Russlands unterwegs, um den Luftraum zu überwachen. Genutzt werden bei Bedarf – also bei Krisen und im Zuge von Übungen – auch Standorte in Ländern wie Norwegen, Italien, Griechenland und der Türkei.

An Bord der AWACS sitzen für gewöhnlich 12 Spezialisten, die das Radarbild auswerten und verbündete Flugzeuge dirigieren.
IMAGO/Funke Foto ServicesDie Boeing E-3A ist auch als AWACS bekannt und basiert auf dem Passagierflugzeug Boeing 707. Sie ist auf den ersten Blick an dem riesigen Radar über dem Rumpf zu erkennen. Mithilfe dieses Sensors verfolgt das Frühwarnflugzeug Flugbewegungen, kann aber auch Schiffe erfassen. An Bord sitzen meist vier Besatzungsmitglieder im Cockpit und zwölf Techniker und Controller, die unter anderem die erfassten Daten auswerten und eigene Jäger und Jagdbomber per Funk und Datenlink dirigieren.
Die E-3 der Nato tragen luxemburgische Kennzeichen und haben schon viele Dienstjahre auf dem Buckel. Die ersten der insgesamt 17 Maschinen des Typs kamen bereits im Jahr 1982 zum Einsatz, schon damals in Geilenkirchen. Im Lauf der Jahre haben die Jets schon viele Modernisierungsprogramme durchlaufen. Im Gegensatz zu vielen E-3-Varianten nationaler Luftwaffen wie der britischen Royal Air Force und der französischen Armée de l'air werden die Nato-AWACS aber noch von alten Triebwerken angetrieben, die wegen ihres Lärmpegels und der Abgasentwicklung eine Ausnahmegenehmigung brauchen.

