Fritz Ruthardt vom TV Altdorf hört auf: Nach 13 000 Turnstunden ist Schluss

Die Übungsstunden mit Fritz Ruthardt (hinten Mitte) machten den Altdorfer Kindern immer viel Spaß.
SchmidtBeim TV Altdorf ist eine Ära zu Ende gegangen: Nach 50 Jahren beendete Fritz Ruthardt in der örtlichen Peter-Creuzberger-Sporthalle seine Tätigkeit als Übungsleiter Kinderturnen. „Das waren rund 13 000 Turnstunden“, rechneten die beiden TV-Vorstände Holger Hornisch und Jan Frohnmüller vor und zeigten sich beeindruckt von der schieren Zahl der so für den Verein geleisteten ehrenamtlichen Stundenzahl in einem halben Jahrhundert.„Ich gehe mit einem weinenden Auge“, gestand Fritz Ruthardt.
„Eigentlich wollte ich in die Leichtathletik“, berichtete er rückblickend. Viele Male war er Vereinsmeister in seiner Lieblingssportart. Doch der heute 71-Jährige ließ sich während seines Sportstudiums an der Universität vom damaligen ‚Turn-Papst’ Kurt Knirsch fürs Turnen begeistern, stieg 1974 bei seinem Heimatverein als Übungsleiter ein und erwarb ein Jahr später auch die B-Trainer-Lizenz. Beruflich fand er bis zum Ruhestand vor sechs Jahren sein Zuhause am Albert-Einstein-Gymnasium in Böblingen. Auch dort präsentierte er sich als vielseitig engagierter Sportler. Während bei manchen Kollegen nur ‚Kicken’ auf dem Programm stand, weckte Ruthardt bei seinen Schülerinnen und Schülern auch immer wieder das Interesse an sportlichem Neuland.
„Es wurde Zeit.“
Diese Energie gab er beim TV Altdorf in fünf Jahrzehnten an Generationen von Turnkindern weiter, die teilweise später auch ihren eigenen Nachwuchs in seine Turnstunden schickten. Der 71-Jährige gehörte bei seinem Verein zu den Initiatoren des mittlerweile weit über den Flecken hinaus bekannten Bachfestes, machte um seine Rolle aber nie viel Aufhebens. Dazu kam seit 1989 die Abteilungsleitung der TV-Turner, ein Amt, das er auch nach seinem Abschied als aktiver Übungsleiter behält. Mit Monika Schneider und Benedikt Dallwitzer hat Fritz Ruthardt zwei kompetente Nachfolger für die vier bis fünf wöchentlichen Kinderturnstunden gefunden.
„Es wurde Zeit“, sagte der Sportler, der im November mit der Ehrennadel in Silber des Württembergischen Landessportbunds und dem Ehrenbrief mit Ehrennadel des Deutschen Turner-Bundes ausgezeichnet worden war. Was er mit der neugewonnenen Freizeit anfangen will? „Jetzt kann ich wieder mehr Skifahren.“ Und sogar fürs Kinderturnen ist die Tür nicht endgültig zugeschlagen. Bei Krankheit oder in den Ferien stehe er selbstverständlich auch weiterhin als ‚Aushilfe’ zur Verfügung.