Fußverkehrs-Check in Weil der Stadt
: Wo ist es für Fußgänger besonders brenzlig?

Weil der Stadt hat sich erfolgreich um eine Teilnahme beim Fußverkehr-Check beworben: Workshops und Begehungen sollen gefährliche Stellen entschärfen und Fußwege zu Schulen verbessern.
Von
Sophia Herzog
Stuttgart
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Im Berufsverkehr ist an der Kreuzung vor der Heilig-Kreuz-Kapelle viel los. Für Fußgänger wird es dann unübersichtlich.

Simon Granville

In Weil der Stadt ist diese Stelle ein bekannter neuralgischer Punkt in Sachen Verkehr: Die Kreuzung von Graben-, Paul-Reusch- und Merklinger Straße in der Weiler Kernstadt, unweit des Bahnhofs, verbindet mehrere Hauptverkehrsadern im Städtle, hier brausen täglich zahlreiche Autos und Lastwagen vorbei. Die Kreuzung ist aber auch: eng. Sie ist eingekesselt zwischen Heilig-Kreuz-Kapelle, Wohnbebauung und Bahngleisen.

An einer besonders scharfen Kurve, die von der Merklinger Straße kommend nach rechts auf die Grabenstraße führt, schützt deshalb seit jeher ein Metallgeländer die Fußgänger, die hier auf dem Gehweg unterwegs sind. Weil eben jenes Gelände in der Vergangenheit immer wieder umgefahren wurde, wenn besonders Lastwagen die Kurve nicht ganz gekriegt haben, hat die Verwaltung vor wenigen Jahren sogar eine Sperrung eines kleinen Streckenabschnitts für Lkws über 7,5 Tonnen eingerichtet. Das hat die Lage zwar ein wenig entschärft – dran glauben muss das Geländer aber bis heute hin und wieder.

Eine von nur 15 teilnehmenden Kommunen

Den gesamten Bereich rund um eben diese Problemkreuzung will man sich in Weil der Stadt in diesem Jahr nun genauer anschauen. Im Fokus steht dabei besonders eine Gruppe von Verkehrsteilnehmern: Fußgänger. Die Keplerstadt am Rande des Landkreises Böblingen ist in diesem Jahr eine von 15 baden-württembergischen Kommunen, die am „Fußverkehr-Check“ des Verkehrsministerium teilnimmt. Das Projekt soll Kommunen unterstützen, den Fußverkehr vor Ort attraktiver zu gestalten. Seit 2015 haben bereits 120 Städte oder Gemeinden teilgenommen, mindestens doppelt so viele haben sich beworben. Mit dabei ist in diesem Jahr beispielsweise auch Sachsenheim im Landkreis Ludwigsburg.

Konkret soll es im Rahmen des Fußverkehr-Checks mehrere Workshops und Begehungen geben, bei denen konkrete Verbesserungen für die Situationen vor Ort erarbeitet werden. So erklärt es das Verkehrsministeriums des Landes in einer Pressemitteilung. Ganz explizit sollen dabei die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt werden. Termine sind hierfür noch nicht bekannt – Staatssekretärin Elke Zimmer hat erst vor wenigen Tagen die Teilnehmerurkunden an die für 2025 ausgewählten Kommunen überreicht.

Auch die Wege zu Kitas und Schulen stehen im Fokus

Geht es nach Weil der Stadt Erstem Beigeordneten Jürgen Katz, soll es bei dem Fußverkehr-Check in seiner Kommune um eben jene Kreuzung an der Heilig-Kreuz-Kapelle gehen, an der Fuß- und Autoverkehr schon seit jeher in Konflikt miteinander geraten. „Der gesamte Bereich an der Heilig-Kreuz-Kapelle mit dem anschließenden Engpass der Bahnbrücke wird sicher genauer angeschaut werden“, sagt Katz. Bürgerinnen und Bürger sollen im Rahmen des Checks außerdem weitere Bereiche einbringen, an denen es bisher hakt. „Ansonsten werden wir auch einen Schwerpunkt auf die Fußwege zu den Kindergärten und Schulen legen.“

Neben der notwendigen Sicherheit hätten gute Fußwege rund um diese Einrichtungen noch einen anderen Effekt, der auch den Autoverkehr entlasten würde: Weniger Eltern würden ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder in die Kita bringen. „Weniger Elterntaxis gibt es auch nur dann, wenn die Wege sicher sind“, so Katz.

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