GabAni in Herrenberg
: Aus für Deko-Café: „Niemand wollte das Goldstück übernehmen“

Das „GabAni“ in der Gäumetropole schließt nach sieben Jahren. Die beiden Betreiberinnen empfehlen sich mit einem lachenden Herzen.
Von
Anne Abelein
Herrenberg
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Gabriele Semlitsch (l.), Anita Dworschak (rechts)

Anne Abelein
  • Das Deko-Café „GabAni“ in Herrenberg schließt nach sieben Jahren Betrieb.
  • Die Gründerinnen Gabriele Semlitsch und Anita Dworschak nennen private Gründe.
  • Trotz vieler Bewerbungen fand sich keine Nachfolge – die kleine Küche gilt als Hürde.
  • Im Oktober folgt ein weiterer Räumungsverkauf, Restbestände sind noch verfügbar.
  • Die Betreiberinnen wollen reisen; Semlitsch widmet sich Enkeln und Kunst.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Jahr 2019 eröffnet, war das „GabAni“ in Herrenberg eine Konstante auf der Stuttgarter Straße, in der immer mal wieder Leerstände zu beobachten sind. Trotz Marketing-Kampagnen der Stadt in den Schaufenstern, die digitale Plattform mitherzfuerhier.de und Pop-up-Stores. Im dem liebevoll eingerichteten Café konnte man im Herzen der Altstadt frühstücken, Törtchen und Crumble essen und dabei Wohndekoration, Möbel und Accessoires bewundern – und vielleicht auch erwerben.

Jetzt gibt es nur noch Restbestände und im Oktober einen weiteren Räumungsverkauf, denn das GabAni schließt. „Unsere Bedürfnisse haben sich geändert“, sagen die Gründerinnen Gabriele Semlitsch und Anita Dworschak. Sie wollen sich nach viel Arbeit wieder stärker ihrem Privatleben widmen. Die zwei stammen aus Ehningen und sind Cousinen; der Café-Namen geht auf ihre Vornamen zurück.

Entdeckung auf Straßengalerie

Als sie vor einigen Jahren die Straßengalerie besuchten, fielen ihnen die zu vermietenden Räume ins Auge, in denen sich damals noch ein Antiquariat befand. Die Absicht, zu gründen kam spontan: „Der Laden hat uns gefunden“, sagt Semlitsch. Auf ein wenig Erfahrung konnten die Friseurmeisterin und Kommunikationskauffrau Anita Dworschak und die Architektin Gabriele Semlitsch dennoch zurückblicken, denn die beiden waren 2010 im Sindelfinger Café Upstairs angestellt.

Geben mit einem lachenden Auge auf (v.l.): Anita Dworschak und Gabriele Semlitsch.

Geben mit einem lachenden Auge auf (v.l.): Anita Dworschak und Gabriele Semlitsch.

Anne Abelein

Auch suchten sie sich Vorbilder für Kombinationen von Café, Kunst oder Deko, die sie unter anderem in Freiburg fanden. Sie bauten das Café um, das damals noch kein Warmwasser bot. Auf Messen erwarben sie, was ihnen gefiel: Kerzen, Kissen, Keramik, darunter viel Skandinavisches. Später kamen noch Accessoires, Schmuck und Getränke hinzu, wie vom „Holunder Blüten Wunder“ in Tübingen.

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„Wir haben immer versucht, regional zu bleiben“, sagen die beiden. Sie kooperierten etwa mit dem Bäcker Zander, der Altdorfer Röstkammer, der Manufaktur Maisch in Mönchberg und Getränke Holz. Das GabAni wurde gut angenommen: „Ich glaube, es war Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt Gabriele Semlitsch. Einige Zeit später mieteten sie im Nachbarhaus noch ein Atelier an. Semlitsch malt: Abstraktionen mit Marmormehl.

Stammkunden halfen während Corona

Im Nachbarhaus fanden Kunst- und andere Kreativkurse statt. Über die Durststrecke der Pandemie halfen ihnen die Stammkunden, Freunde, Bekannte und Corona-Hilfen.Während ihrer Zeit im GabAni bekamen Semlitsch und Dworschak natürlich Schließungen von Geschäften in der Altstadt mit. „Es gibt auch viele private Gründe für die Aufgaben“, sagen die zwei. In die wirtschaftlichen Gründe haben sie wenig Einblick.

Indes, mit dem Verkauf des Hauses hat ihr Weggang nichts zu tun. Der neue Eigentümer des GabAni-Hauses hoffte, dass die beiden das Café fortführen, und sie hätten es auch gerne an neue Betreiber weitergegeben. Aber trotz vieler Bewerber fand sich niemand – vielleicht auch, weil es nur eine kleine Küche gibt, was einer reinen Nutzung für Gastronomie entgegensteht.

„Schlussendlich hat keiner den Mut gehabt, das Goldstück zu übernehmen“, sagt Semlitsch. Jetzt wollen die beiden erst einmal reisen. Auf Semlitsch warten außerdem die Enkelkinder und die Kunst. „Wie wir angefangen haben, enden wir auch“, sagt Anita Dworschak, mit „einem lachenden Gesicht.“ Bedenken haben sie keine. Sie sind überzeugt, dass sich in ihrem Leben wieder ein neues Türchen auftut.