Gefängnis bei Heimsheim
: Schüler erhalten Einblicke hinter die Gefängnismauern

Information und Prävention sind die vorrangigen Ziele eines Projekts, bei dem Beschäftigte der Heimsheimer Justizvollzugsanstalt Schulen besuchen.
Von
Brunhilde Arnold
Stuttgart
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Weil die Jugendlichen nicht zur Besichtigung in die JVA kommen können, kommen Mitarbeitende in die Schulen.

dpa/Christoph Schmidt

Wie geht es zu im Gefängnis und was machen die Häftlinge dort den ganzen Tag? Wie sieht es in einer Zelle aus und wer arbeitet alles in der Justizvollzugsanstalt? Viele Fragen rund um die Justizvollzugsanstalt (JVA) können Schülerinnen und Schüler einiger Schulen den Beschäftigten der JVA stellen. Im Rahmen des neuen Modellprojekts „JVA Heimsheim besucht Schulen“, das in diesem Jahr startet, stellt sich die Einrichtung mit Sitz in Heimsheim an insgesamt acht Schulen vor, die an der Aktion Interesse bekundet haben, und zwar in Weil der Stadt, Holzgerlingen, Vaihingen/Enz, Wiernsheim, Bretten und Pforzheim.

Weil die Jugendlichen nicht zur Besichtigung in die Haftanstalt kommen können, kommt diese mit vielen Informationen rund um die JVA, dem Strafvollzug und auch zu Berufsmöglichkeiten im Strafvollzug zu ihnen. Der Leiter der Anstalt, Frank Jansen, freue sich darüber, Schülerinnen und Schüler über das Leben und Arbeiten hinter Gittern informieren und aufklären zu können. Doch auch der Gedanke der Prävention spielt bei dem Modellkonzept eine große Rolle. Der Vollzugsalltag in der Anstalt werde vorgestellt, die Aufgaben des Justizvollzugsdienstes, sowie Gründe, die zu einer Freiheitsstrafe führen können.

Rundgang durch das Gefängnis – per VR-Brille

Mehr als 40 JVA-Bedienstete hätten sich bereits gemeldet, um im Rahmen des Projekts in Kleingruppen die Schulen zusätzlich zu ihren Diensten zu besuchen. Mitarbeiter im uniformierten Dienst, Beschäftigte in den Sozial-, Psychologischen und Pädagogischen Diensten bis hin zum Werksdienst werden ihre Arbeit vorstellen und die Fragen der Schüler beantworten. „Aufgrund des großen Interesses der Schulen gehen wir an unsere Kapazitätsgrenze, da wir möglichst alle Anmeldungen berücksichtigen wollen“, sagt JVA-Leiter Frank Jansen.

Im Gepäck haben die JVA-Vertreter schulgerechtes Anschauungsmaterial wie etwa Modelle von Hafträumen, eine VR-Brille, mit der ein Unterkunftsgebäude virtuell begangen werden kann, und es wird gezeigt, welche Grundausstattung wie Wäsche, Kleidung und Geschirr die Insassen haben.

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