Großeinsatz in Renningen: Fast wie im Actionfilm: Bewaffnete Polizisten umstellen ein Haus

SEK-Beamte – hier ein Archivbild von einem Einsatz in Stuttgart-Vaihingen – rückten am Montag in Renningen an.
Andreas RosarSchwerbewaffnete Polizisten umstellen ein Haus, ein auf das Verhandeln in Krisensituationen spezialisierter Beamte eilt heran. Im Gebäude hat sich ein offensichtlich bewaffneter Mann verschanzt. Ein Polizeibeamter greift zum Handy und startet den Versuch einer Kontaktaufnahme. Was wie eine Szene aus einem Actionfilm anmutet, hat sich so in etwa am Montagmittag im nord-westlichen Bereich des Renninger Teilorts Malmsheim abgespielt.
Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen. Eine Pflegekraft eines ambulanten Dienstes war kurz vor 12 Uhr in das Haus eines 66-Jährigen gekommen, um ihn ins Krankenhaus zu begleiten, wo er einen Behandlungstermin hatte. Doch statt mit ihr mitzukommen, zückte der Mann unversehens eine Schusswaffe, bedrohte und beleidigte die 37-Jährige.
Die Polizei spricht von „psychischem Ausnahmezustand“
Die Helferin flüchtete sofort und alarmierte die Polizei. Die rückte mit einem Großaufgebot an. Männer eines Spezialeinsatzkommandos umringten das Haus, ein ausgebildeter Verhandler suchte den Dialog mit dem 66-Jährigen, der im Haus verharrte, in dem er allein lebt.
Letztlich gelang es dem Spezialisten von der Polizei, den Mann zur Aufgabe zu bewegen. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Beamte des Spezialeinsatzkommandos durchsuchten ihn und das komplette Haus und stellten zwei Schreckschusswaffen und eine Armbrust sicher. Diese wurden beschlagnahmt. Nach einer Vernehmung konnte der Mann in sein Wohnhaus zurückkehren. Die Polizei geht bei ihm von einem „psychischen Ausnahmezustand“ aus. Gegen den 66-Jährigen wird nun wegen Bedrohung und Beleidigung ermittelt.