Humor aus dem Kreis Böblingen
: Ein toter Frosch als Schwimmlehrer

Kinder müssen schwimmen lernen, nur wie? Ein Beitrag aus den Bonbons, der wöchentlichen Humorkolumne dieser Zeitung.
Kommentar von
Julia Theermann
Kreis Böblingen
Das kleine und idyllisch gelegene Waldfreibad in Schönaich (Kreis Böblingen) wird seit dem Jahr 2010 von einem Förderverein betrieben. Es öffnet dieses Jahr erst am 13. Mai und hat voraussichtlich bis Mitte September geöffnet. Bei schlechtem Wetter kann es kurzfristig schließen, ansonsten kann täglich von 10 bis 19 Uhr gebadet werden. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 2 Euro.

Dieses kleine und idyllisch gelegene Waldfreibad im Kreis Böblingen wird seit dem Jahr 2010 von einem Förderverein betrieben.

Kreiszeitung Böblinger Bote/Thomas Bischof

Schwimmen lernen ist so eine Sache. Eigentlich ist es gar nicht so schwierig, es braucht aber die richtige Herangehensweise, um den Schülern die richtigen Bewegungen der Arme und Beine zu vermitteln. Und halt das Verständnis, dass es unter Wasser keine Atemluft gibt.

Es gibt die verschiedensten Methoden. Wer den Luxus hat, einen Schwimmkurs für sein Kind gefunden zu haben, braucht sich darüber in aller Regel keine Gedanken zu machen. Das übernehmen dann die Schwimmlehrer.

Schwimmlehrer haben unterschiedliche Ansätze

Für die restlichen Eltern junger Kinder gibt es diverse Taktiken. Wir beginnen mit einer, bei der Millennial- und Gen-Z-Eltern vermutlich mehrheitlich Schnappatmung kriegen: einfach ins tiefe Wasser werfen und auf den Überlebensinstinkt vertrauen. So hat es nach eigenen Angaben eine ältere Dame aus der Warteschlange im Freibad einst mit ihrer Tochter gemacht. Alternativ kann man – deutlich nervenschonender und auch moralisch nicht so in der Grauzone – dem Kind erst die Bein- und dann die Armbewegungen einstudieren. Oder man macht es so, wie ein braun gebrannter, badebehoster ehrenamtlicher Mitarbeiter eines nicht namentlich genannten Freibadfördervereins im Kreis Böblingen.

Um diesen Alltagshelden in Speedo einzuführen, bedarf es einer Beschreibung der Szene: An einem sonnigen Sommermorgen kurz nach Freibadöffnung entdeckten Badegäste einen verendeten Frosch am Beckenrand. Es wird allgemein gefordert, das Tier doch bitte zu entfernen. Der tote Hüpfer liegt auf dem Rücken, die bleichen Froschbeine leicht angewinkelt.

StZ Kreis Böblingen
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Böblingen im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Mit Kescher und Stock ausgestattet, schreitet – oder flipfloppt – besagter Badehosiger zur Tat. Flink wird der Frosch mit dem Stock in den Kescher gestubst. Der gute Mann ist mit dem Tierchen schon halb auf dem Weg zur naturnahen Waldbestattung, da stoppt er. Einige Kinder sehen ihm interessiert zu. Er ruft sie zu sich ran.

„Guckt euch das mal an, so müssen beim Schwimmen eure Beine aussehen“, sagt er ihnen. Dann lässt er sie stehen und entsorgt den Frosch. Ob das was für den Schwimmerfolg bringt? Naja, sagen wir es so: Keine halbe Stunde später paddelt eins der Kinder fröhlich durchs Becken und ruft: „Oma, guck' mal! Ich mach's wie das Fröschle!“