Humor im Kreis Böblingen: Was rockt am meisten – Sifi oder SoFi?

SoFi-Fans bei Sifi rockt: keine Augen für die Band auf der Bühne.
Eddie Langner- Sindelfingen: Konzertreihe „Sindelfingen rockt“ traf auf partielle Sonnenfinsternis.
- Viele schauten zur Bühne, andere teilten SoFi-Brillen und blickten in Richtung Planie.
- Die Brillen waren knapp und teils teuer, einige kosteten schon Tage vorher fünf Euro.
- Höhepunkt der SoFi war gegen 20.15 Uhr angekündigt, doch Häuser verdeckten früh die Sonne.
- Vor der Apotheke drängten sich Zuschauer – später feierten viele weiter bei „Radioactive“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mittwochabend, 12. August, kurz vor 20 Uhr. Halb Sindelfingen rockt, die andere Hälfte schaut zum Himmel – und sieht dabei mit CE-zertifizierten und nach EN ISO 12312-2:2015 geprüften Brillen ziemlich lustig aus. „Hoffentlich sieht mich so keiner“, steht auf den billigen Kartonbügeln einer solchen Brille, deren Träger nun mit verzerrtem Grinsen in die Sonne starrt, um zu sehen, wie ein schwarzer Kreis sich ganz allmählich über einen gelben Kreis schiebt.
Aber wer die partielle Sonnenfinsternis sehen will, dem macht dieser Anblick pure Freude – und die uncoole Optik gar nichts aus. Zumal mancher beim Optiker oder auf dem Schwarzsehermarkt für den Sichtschutz teuer bezahlt hat. Fünf Euro und mehr kosteten die Cent-Produkte schon Tage vor der Sonnenfinsternis. Aber was tut man nicht alles, um einmal zusammen mit den Kindern so ein Himmelsschauspiel sehen zu können? Wer am Mittwoch noch so eine Brille bekommen wollte, wurde von seinem Optiker direkt ausgelacht.
Entsprechend begehrt sind die Dinger auch auf dem Sindelfinger Marktplatz. Dort spielt just zu dem Zeitpunkt, als der Mond sich vor die Sonne zu schieben beginnt, eine Imagine-Dragons-Tributeband im Rahmen der Reihe „Sindelfingen rockt“.
Tja, da heißt es jetzt Prioritäten setzen: Quasi-Eclipse now, Rockdröhnung later – oder vielleicht doch lieber umgekehrt? Nun, die meisten haben sich offenbar für „Sifi rockt“ statt für „SoFi rockt“ entschieden. Sie kehren der heißen Abendsonne kalt den Rücken zu und schauen stattdessen auf die Bühne.
Ein paar Wenige machen es umgekehrt und schauen den Marktplatz hinunter in Richtung Planie, wo die Sonne grell leuchtend über den Hausdächern hängt. Da SoFi-Brillen ein seltenes Gut sind, werden sie immer wieder herumgereicht, damit der oder die nächste der Sonne bei ihrer kurzen Nahtoderfahrung zuschauen kann.

Die letzten Sonnenstrahlen erhaschen: Gedränge vor der Apotheke am Marktplatz.
Eddie LangnerWeil man zuvor natürlich Dutzende Berichte gelesen und Erklärvideos geschaut habt, ist allen längst bekannt, dass die SoFi ihren Höhepunkt gegen 20.15 Uhr erreichen wird. So weit sonnenklar. Nicht ganz so klar ist einigen offenbar, dass die Sonne über dem Sindelfinger Marktplatz zu dieser Zeit im Jahr bereits gegen 20 Uhr hinter den Dächern der Häuser in Planiestraße verschwindet.
Anders als noch in den beiden Vorwochen, als die schwitzenden Konzertbesucher sich erst auf den Marktplatz wagten, als der Schatten bis hinauf zur Bühne reichte, versucht diesmal ein kleines Häufchen von Sonnenfinsternisanbetern, auch noch die allerletzten Sonnenstrahlen einzufangen. Dafür versammeln sie sich auf engstem Raum vor der Apotheke am Marktplatz. Allerdings gibt es auch da kein Heilmittel, um gegen das unaufhaltsame Sterben des Lichts zu wüten.
Den SoFi-Schock bei Sif rockt haben sie aber schnell überwunden und als die Band dann „Radioactive“ spielt, strahlen sie mit den anderen Konzertbesuchern um die Wette.

