Kirschblüten ade in Leonberg: Darum wurden sechs Kirschbäume am Pomeranzengarten gefällt

Kirschblüte: Bis zu diesem Anblick (links) wird es wohl noch eine Weile dauern – die Bäume wurden gefällt.
Stadtverwaltung Leonberg, Marius VenturiniDas war’s vorerst mit Hanami in Leonberg. Die Kirschblüte unterhalb dem Pomeranzengarten fällt in absehbarer Zukunft deutlich magerer aus als bisher. Der Grund: Das städtische Tiefbauamt hat sechs der großen Kirschbäume dort gefällt. Ende der vergangenen Woche lagen die Stämme und Äste noch gestapelt am Wegesrand. Dort, wo die Bäume einmal standen, ragten nur noch die Stümpfe aus dem Wiesenboden.
Sicherheitsgründe: Überalterung der Kirschbäume
Nachgefragt bei der Leonberger Stadtverwaltung. „Grund dafür ist Überalterung der Bäume, wodurch die Wege für Passantinnen und Passanten nicht mehr vollumfänglich sicher waren“, antwortet Pressesprecherin Leila Fendrich. Herabfallendes Totholz hätte Spaziergänger gefährden können.
Das Ende der Bäume war absehbar. „Da sich die Verwaltung und das Fachamt der Bedeutung der Kirschbäume im Pomeranzengarten bewusst sind, hat das Fachamt 2017 beschlossen, nur die Kirschbäume zu entfernen, die eine Holzfäule und das Absterben von Kronenpartien aufweisen“, so Fendrich weiter. In der Zwischenzeit seien die Bäume weiterhin intensiv gepflegt worden, um sie so lange wie möglich zu erhalten.
Zukunftsperspektiven: Nachpflanzungen für Leonbergs Kirschbäume
Seit dem Jahr 2017 seien insgesamt 16 Bäume gefällt worden, zehn davon habe man bereits nachgepflanzt. „Die sechs zuletzt gefällten Bäume werden noch in diesem Jahr nachgepflanzt“, kündigt die Pressesprecherin an.
Dass das Thema ein durchaus emotionales ist, wurde auch in der vergangenen Sitzung des Sozial- und Kultusausschusses deutlich. Sibylle De Mott von den Grünen hatte das Fehlen der Bäume ebenfalls bemerkt und stellte traurig fest, dass es mit einem ausgeprägten Hanami in Leonberg wohl so bald nichts mehr werde. Auch viele Spaziergängerinnen und -gänger werden trauern, dass sie bald auf die rosa Blütenpracht verzichten müssen – ganz zu schweigen von diversen Instagram-Usern, die die Kirschblüten immer wieder als nettes Fotomotiv auserkoren hatten und fleißig an den Bäumen posierten.
Alternativen zur Kirschblüte: Ausflugsziele in der Region
Sie werden in Zukunft zum Beispiel nach Esslingen ausweichen müssen. Die dortige Burg ist bekannt für ihre Kirschblüte. Ebenfalls im Kreis Esslingen gibt es in Weilheim an der Teck den Kirschblütentag. Am 13. April werden verschiedene Aktivitäten angeboten, um die Natur rund um Weilheim erleben zu können. Wer es eher mit Magnolien hält, die ja ähnlich prächtig blühen: In der Stuttgarter Wilhelma befindet sich der größte Magnolienhain Europas nördlich der Alpen.