Konzert auf Hofgut Mauren
: Kultur im Freien: Zwei Frauen und ein Kauz machen Musik

Barbara Gräsle und Biggi Binder geben auf dem Hofgut Mauren wieder ein mitreißendes Konzert. Dieses Mal hat das Duo einen seltenen Gast dabei.
Von
Bernd Epple
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Machen und haben Spaß: Barbara Gräsle, Biggi Binder und Jens Heckermann alias Kauz.

Bernd Epple

Entspannte Atmosphäre, wie es man es von den Locations des Herrenberger Veranstalters EMT (Event.Media.Tec) inzwischen gewohnt ist. Eine kleine Bühne vor den alten Gemäuern der Schlosskirche, Klapp- und Liegestühle. Wie in die Natur eingegossen, einen Drink in der Hand, warten rund 100 Konzert-Besucher auf eine neue Trio-Besetzung.

Bereits im vergangenen Jahr überzeugten Gitarristin Barbara Gräsle mit Sängerin und Multiinstrumentalistin Biggi Binder mit starken Songs für Herz und Seele und einem Repertoire, welches sich vornehmlich aus Hits der 70er, 80er und 90er Jahre generierte. Was lag näher als die beiden sympathischen Musikerinnen nochmals zu engagieren.

Eine seltene und wunderschöne Gelegenheit

Dass das Duo dafür einen Kauz an Land ziehen konnte, war wohl dem Umstand geschuldet, dass sich das A-Capella-Ensemble Füenf im Herbst vergangenen Jahres aufgelöst hat. Einer der fünf Herren hatte offensichtlich Kapazitäten frei – und so entschloss sich Jens Heckermann (Pelvis), der solo auch als Kauz auftritt, sich den beiden Damen anzuschließen.

Man kennt und schätzt sich seit Jahren. Da die drei in verschiedensten Formationen unterwegs sind, kommen solche gemeinsamen Auftritte allerdings nicht allzu oft zustande. Umso mehr durften sich EMT und Besucher freuen, dass in Mauren dieser Wurf gelungen ist.

Gleich zu Beginn rollt mit einem Tom Waits-Stück eine dreistimmige Vokal-Welle auf die Besucher zu, getragen von Gitarre und Cajon. Füenf lässt grüßen! Mit Heckermann kommen Mehrstimmigkeit, aber auch neue Impulse was die Liedauswahl betrifft. Typische Kauz-Songs („Mama hat jetzt eine Frau“), Roger Cicero-Nummern, wie „Ich atme ein“, Freddy Mercurys „Love of my Life“ oder Songs des Schwabenrockers Wolle Kriwanek („Strossaboh“) ergänzen das Hearts and Bones-Repertoire rund um Don McLean, Zaz, Cindy Lauper und Joni Mitchell.

Gelungene Melange aus Instrumental- und Sangeskunst

Sowohl Ex-Wendrsonn-Frontfrau Binder, als auch Heckermann mit ihren Blues/Soul-Röhren beherrschen die Kunst der Intervallsprünge und Falsett-Stimme aus dem Effeff, und Gräsles Gitarrenkünste kennt man hier bestens aus ihren Zeiten an der Sindelfinger Musikschule (SMTT) und ihren zahlreichen Auftritten mit „Bitter Green“ hier in der Region. Also eine gelungene Melange aus Instrumental- und Sangeskunst.

Das findet auch Besucher Manfred Schlitz aus Oberjesingen, der bereits in der Pause konstatiert: „Der dreistimmige Gesang ist beeindruckend. Die haben alle Spaß, und das überträgt sich auf das Publikum, das bei jedem Akkord und bei jedem Ton mit einbezogen wird“. Wo es sich anbietet werden die Besucher aufgefordert mitzusingen. „Strossaboh“, „Summerwine“ und „Proud Mary“ eignen sich bestens dafür. Mit diesen Stücken wird am Ende nochmals so richtig der Rauch reingelassen.

Auch die Musiker sind froh über die Zugabe

Den Zugabe-Forderungen kommt das Trio gerne nach. „Schön, dass ihr uns zurückgeholt habt. Wir wollten eigentlich auch noch gar nicht gehen. Es ist so schön hier!“, strahlt Biggi Binder. Mit der zweiten Zugabe „Halbzeit“ von Wolle Kriwanek verabschiedet sich die freundschaftlich verbundene Formation und entlässt ihr dankbares Publikum in die laue Sommernacht.

Alle Termine der Veranstaltungen in Mauren, Herrenberg und Wildberg gibt es online unter https://www.kulturimfreien.de

StZ Kreis Böblingen
Montag - Samstag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Böblingen im kompakten Überblick: Von Montag bis Samstag schicken wir Ihnen unseren Newsletter mit den fünf beliebtesten Themen unserer Leserinnen und Leser in Ihr E-Mail-Postfach. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden.