Gefahrencheck in Magstadt: Risikodrom trainiert Straßenwärter: Wenn Routine zur Gefahr wird

Die Risikodrom-Mitarbeiter schulen die Straßenwärter in Magstadt.
Landratsamt Böblingen- In Magstadt schult die Unfallkasse BW Straßenwärter mit dem „Risikodrom Straßenunterhaltungsdienst“.
- 360-Grad-Panoramen simulieren Gefahrensituationen, die Teilnehmer analysieren und üben Strategien.
- Trainiert wurde unter anderem sicheres Aussteigen und Wahrnehmung von Arbeitsstellen durch Autofahrer.
- Zeitdruck, Routine und Multitasking beeinflussen die Gefahreneinschätzung – Bewusstsein soll steigen.
- Die Straßenmeistereien Magstadt und Herrenberg betreuen rund 570 Kilometer Straßen im Kreis Böblingen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Straßen prüfen, Mängel beheben, bei Unfällen absichern – der Straßenverkehr gehört für Straßenwärter zum täglichen Arbeitsplatz und stellt gleichzeitig eine der größten Gefahrenquellen ihres Berufs dar. Um das Bewusstsein für Risiken im Arbeitsalltag zu schärfen, bekamen die Mitarbeiter der Straßenmeistereien im Landkreis Böblingen zuletzt eine Schulung. Zu Gast in Magstadt war das „Risikodrom Straßenunterhaltungsdienst“ der Unfallkasse Baden-Württemberg, wie das Landratsamt berichtet.
Gefahrensituationen auf den Straßen werden simuliert
Mithilfe moderner 360-Grad-Panoramamedien wurden typische Gefahrensituationen aus dem Arbeitsalltag realitätsnah simuliert. Gemeinsam mit den Trainern analysierten die Teilnehmer die Szenarien und erarbeiteten Strategien, um Risiken frühzeitig zu erkennen und Fehleinschätzungen zu vermeiden.
„Viele unterschätzen, wie anspruchsvoll und zugleich risikoreich die Arbeit unserer Straßenwärter ist“, sagt Wladimir Hahnstein, Leiter des Amts für Straßenbau und Radfahren im Landkreis Böblingen. „Das Risikodrom macht sehr anschaulich, wie schnell Routine zu Fehleinschätzungen führen kann und wie wichtig es ist, das eigene Verhalten immer wieder zu hinterfragen.“
Die Straßenmeistereien Magstadt und Herrenberg kümmern sich um die Bundes-, Land- und Kreisstraßen im Kreis Böblingen. Insgesamt sind das fast 570 Kilometer. Die Mitarbeiter überprüfen die Straßen auf Verkehrssicherheit und beheben Mängel. Auch bei Unfällen müssen sie ausrücken und sichern. Zudem sind sie für Regenrückhaltebecken, Tunnel und Brücken zuständig. Für die Autobahn ist dagegen die Autobahnmeisterei Herrenberg verantwortlich.
Bei der Schulung wurde unter anderem trainiert, wann ein sicheres Aussteigen aus dem Fahrzeug möglich ist, wie Autofahrer die Arbeitsstellen wahrnehmen und wie sich Zeitdruck, Routine oder Multitasking auf die eigene Gefahreneinschätzung auswirken. „Denn im Straßenunterhalt müssen Beschäftigte häufig mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten: ihre eigentliche Arbeit und den fließenden Verkehr“, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. „Selbst gut sichtbare Fahrzeuge, Warnleuchten und Absicherungen können in realen Verkehrssituationen verdeckt oder erst spät wahrgenommen werden.“
Sicherheitsbewusstsein stärken
Straßenwärter würden täglich einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer leisten, so das Landratsamt. Umso wichtiger sei es, sie bestmöglich auf kritische Situationen vorzubereiten. „Das Risikodrom stärkt das Sicherheitsbewusstsein und trägt dazu bei, Unfälle im Arbeitsalltag zu vermeiden.“ Ziel des Trainings sei es, die Handlungssicherheit der Beschäftigten zu stärken und einen nachhaltigen Beitrag zur Arbeitssicherheit im Straßenunterhalt zu leisten.
