Landkreis Böblingen: Sicher und selbstständig ins neue Schuljahr

Ein selbstständig zurückgelegter Schulweg fördert die Bewegung, die Orientierung und das Selbstvertrauen.
Peter Gercke/dpa- Schulstart in Baden-Württemberg am 14. September – erhöhte Rücksicht auf Kinder gefordert.
- Landratsamt Böblingen und AGFK-BW warnen vor „Elterntaxis“ und unübersichtlichen Schulzonen.
- Tempo senken an Schulen und Haltestellen, Sichtachsen freihalten und bremsbereit bleiben.
- Kinder sollen den Schulweg schrittweise selbstständig gehen, das stärkt Sicherheit und Vertrauen.
- Projekt „Bus auf Beinen“ unterstützt Erstklässler; Eltern planen sichere Routen mit GIS-Karten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 14. September beginnt in Baden-Württemberg das neue Schuljahr. Viele Kinder und Jugendliche sind dann wieder auf den Straßen im ganzen Landkreis Böblingen unterwegs. Besonders für Schulanfängerinnen und -anfänger ist der Weg zur Schule noch ungewohnt. Das Landratsamt Böblingen und die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg (AGFK-BW) bitten deshalb alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit und ein rücksichtsvolles Miteinander.
„Kinder nehmen den Straßenverkehr anders wahr als Erwachsene“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes, „sie können Geschwindigkeiten und Entfernungen noch nicht zuverlässig einschätzen, lassen sich leichter ablenken und werden aufgrund ihrer Körpergröße zwischen parkenden Fahrzeugen häufig erst spät gesehen.“ Dabei sollten Kinder auf jeden Fall dabei unterstützt werden, ihren Schulweg zunehmend selbstständig zurückzulegen.
Fuß vom Gas an Schulen, Kitas und Bushaltestellen
Für Verkehrsteilnehmer gelte insbesondere an Schulen, Kindertagesstätten, Bushaltestellen und Querungsstellen: Geschwindigkeit reduzieren, aufmerksam und jederzeit bremsbereit sein. Gehwege, Radwege und Sichtachsen müssen freigehalten werden.
„Oft entscheiden sich Eltern dafür, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen.“ Durch diese „Elterntaxis“ würde die Verkehrssituation vor der Schule unübersichtlich und gefährde die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen, kritisiert das Landratsamt. „Auch deshalb sollten Eltern sich gut überlegen, ob das wirklich notwendig ist.“ Wer Kinder mit dem Auto zur Schule bringe, sollte zumindest nicht unmittelbar vor dem Schuleingang halten oder wenden. „Besser ist es, das Fahrzeug in einiger Entfernung abzustellen und das letzte Stück gemeinsam zu Fuß zurückzulegen.“
Nicht immer ist der kürzeste Weg der beste
Das Landratsamt Böblingen unterstützt den selbstständigen Schulweg mit seinem Projekt „Bus auf Beinen“, bei dem alle Grundschulen von der Stabsstelle Nachhaltige Mobilität eingeladen sind, die Erstklässler unter Begleitung eines Elternteils sicher zur Schule zu bringen und dabei auch ihr Verhalten im Verkehr zu verbessern. Das Landratsamt stellt den Eltern dafür besondere Karten aus dem hausinternen Geoinformationssystem GIS zur Verfügung, um die bestmöglichen Strecken planen zu können. Denn nicht immer ist der kürzeste Weg der beste. Eltern sollten möglichst ruhige Straßen, Gehwege, Ampeln und sichere Querungsstellen auswählen.
„Eine gute Vorbereitung ist auch, wenn der Schulweg mehrmals gemeinsam abgelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren wird“, betont das Landratsamt. An Einfahrten, Kreuzungen, parkenden Fahrzeugen und Bushaltestellen sollten Eltern erklären, worauf besonders zu achten ist. „Am Ende fördert ein selbstständig zurückgelegter Schulweg die Bewegung, die Orientierung und insgesamt das Selbstvertrauen.“
Die AGFK-BW
Verein Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußverkehrsfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V. (AGFK-BW) ist ein Netzwerk aus rund 120 Landkreisen, Städten und Gemeinden.
Ziel Mit seiner Vision 2030 setzt sich der Verein dafür ein, dass aktive Mobilität als Basismobilität so einfach, sicher und bequem ist, dass Fuß und Rad die erste Wahl sind. Bei den Mitgliedskommunen der AGFK-BW steht aktive Mobilität für ein faires Miteinander aller und eine konsequent verfolgte Vision-Zero-Strategie.
