Leonberg
: Die Mörikeschule hat eine neue Leiterin

Seit Kurzem ist die 36-jährige Ebru Gelec Chefin an der Mörike-Grundschule in Leonberg – sie wurde zuvor als Konrektorin auf diese Aufgabe vorbereitet.
Von
Nathalie Mainka
Stuttgart
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Ebru Gelec beschreibt sich selbst als „umtriebig“, sie bildet sich stets weiter.

Jürgen Bach

Leonberg - Ebru Gelec ist mit ganzem Herzen Lehrerin. „Ich kann mir keinen besseren Beruf vorstellen“, sagt die 36-Jährige. Dabei strahlen ihre ausdrucksstarken dunklen Augen. „Und ich versuche, es gut zu machen – bekomme im Gegenzug auch viel zurück, wenn ich sehe, wie sich die Kinder weiterentwickeln.“ Allerdings komme bei ihr selbst das Unterrichten mittlerweile eher zu kurz, was Gelec auf der einen Seite vermisst. Auf der anderen Seite hat sie seit diesem Schuljahr die Möglichkeit, ganz aktiv und an vorderster Front an der Entwicklung der Leonberger Mörikeschule mitzuwirken. Sie ist die Nachfolgerin von Brigitte Koch-Savel, die sich erst einmal in ein Sabbatjahr verabschiedete, bevor sie in den Ruhestand geht.

Schulleitungsteam ist Bereicherung für alle

In diesem Übergangsjahr ist Ebru Gelec offiziell die Schulleiterin. Zur Rektorin der Grundschule wird sie erst ernannt, wenn ihre Vorgängerin in Rente ist. Bis dahin hat Gelec auch keine Stellvertreterin. Doch sie hilft sich anderweitig, indem sie ein Schulleitungsteam um sich herum gebildet hat. „Dadurch habe ich die Unterstützung von drei Kolleginnen, was nicht nur für mich eine Bereicherung ist, sondern auch für alle anderen und für die gesamte Schule.“

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Ebru Gelec ist die Tochter türkischer Eltern, die 1977 als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. In Deutschland geboren, wächst sie im Zollernalbkreis, genauer gesagt in Balingen, auf. Die Mutter ist gelernte Schneiderin, der Vater arbeitet als Offsetdrucker. Ihren heimatlichen Dialekt hat sie mittlerweile abgelegt, „doch wenn ich nach Hause komme und ein Weilchen dort bin, hört man ihn wieder“, sagt sie und lacht.

Eltern legen großen Wert auf Ausbildung

Die Eltern legen großen Wert auf die Ausbildung der drei Kinder. Ebru Gelec, die mittlerweile mit ihrem Mann in Leonberg wohnt, macht Abitur und studiert an der Pädagogischen Hochschule Weingarten Deutsch, Sport und Englisch für Grund- und Werkrealschulen. Ihr Referendariat absolviert die angehende Lehrerin 2010 an der Grund-, Haupt- und Werkrealschule in Ammerbuch-Entringen.

„Später wechselte ich an zwei weitere Grundschulen, Freiberg am Neckar und Hemmingen, um Erfahrungen als Lehrerin zu sammeln und auch Schulorganisation unter verschiedenen Leitungen kennenzulernen.“ Gelec beschreibt sich selbst als „umtriebig“. Ihr war es von Beginn an wichtig, sich stets weiterzubilden. „Ich möchte im Fluss bleiben. Wenn die Routine überhandnimmt, muss ich was ändern.“

Stets wissbegierig

Als Ausbildungslehrerin bildete sie in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg Studenten im Fachbereich Deutsch aus. Danach gibt sie als Mentorin ihr Wissen über Unterricht weiter. Als Mitglied des Schulleitungsteams in den Schulen in Freiberg und Hemmingen sammelt sie frühzeitig Erfahrungen im Aufgabenfeld einer Schulleitung. 2015 startet sie ihre Nebentätigkeit als Fachberaterin für Unterrichtsentwicklung im Fach Deutsch für das staatliche Schulamt Ludwigsburg. In Fortbildungen, die sie selbst anbietet, teilt sie dieses Wissen mit anderen Lehrkräften.

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Im Jahr 2019 gibt sie die Fachberatertätigkeit auf. Ihre Motivation ist es nun, die Schulentwicklung an einer Schule intensiv zu gestalten. Sie kommt als Konrektorin an die Mörikeschule. Und seit diesem Jahr ist sie die Chefin der Ganztagsschule. Was ihr besonders gut gefällt, ist die bunte Mischung. „Wir haben Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Elternhäusern. Für mich selbst ist es eine Bereicherung, in zwei Kulturen groß geworden zu sein“, sagt Ebru Gelec. Und es sei doch endlich an der Zeit, von unterschiedlichen Kulturen zu lernen und miteinander zu leben, betont sie.

Und auch beim Thema Corona versucht sie, trotz aller Herausforderungen die positiven Aspekte zu sehen. „Durch die Pandemie haben wir einen großen Schritt in der digitalen Entwicklung gemacht, können dank der iPads die Kinder jetzt auch zu Hause gut erreichen, und wir haben trotz vieler Hürden einiges erreicht.“ Stichwort Demokratiebildung.

Die Schule mit den Schülern gestalten

Die Mörikeschule hat eine Schülerversammlung ins Leben gerufen – die allerdings zuletzt wegen Corona nicht wie gewohnt stattfinden konnte. „Hier werden gemeinsam mit den Kindern schulische Dinge besprochen. So wünschten sich die Kinder beispielsweise mehr Spielmöglichkeiten im Pausenhof. In jeder Klasse werden zwei Sprecher gewählt, die die Interessen der Mitschüler nach außen tragen. „Schule soll mit den Kindern gestaltet werden, dadurch lernen sie in frühen Jahren, Verantwortung zu übernehmen.“ Und auch die Eltern nimmt sie gerne mit ins Boot, damit sie die Schule ebenfalls aktiv mitgestalten.

Und was erwartet Ebru Gelec im kommenden Jahr? „Ich bin auf alles gefasst, wichtig ist, dass wir entsprechend auf die Situationen regieren können.“

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