Leonberg: Fischerfest: Forellen satt am Tiefenbachsee

Na dann guten Appetit: so eine Forelle ist doch eine wahre Freude . . .
factum/BachLeonberg - Es ist eines der wärmsten Wochenenden in diesem Sommer gewesen. Eigentlich gut für das traditionelle Seefest der Leonberger Sportfischer. Doch zum Start am Samstagnachmittag ist es vielen wohl noch zu heiß für eine Fischmahlzeit. Erst gegen Abend füllen sich die Bänke rund um das Vereinsheim – dann aber schnell. Kein Wunder, ist es doch am Tiefenbachsee im Schatten der hohen Bäume deutlich kühler als in der Innenstadt.
Auch die Fische mögen es nicht zu heiß: „Je wärmer es ist, desto schwerer tun sie sich“, sagt der Vereinsvorsitzende Steffen Feuchter. Denn dann ist weniger Sauerstoff im Wasser. Und deshalb gibt es im Tiefenbach- und im Hedersbachsee keine Forellen. „Unsere Sommer sind für sie grundsätzlich zu warm“, erklärt Feuchter. Beim Seefest sind sie dennoch der Mittelpunkt – zumindest auf dem Grill. Dafür gibt es in den heimischen Gewässern andere Raubfische: Hecht, Zander und Wels schwimmen in den beiden Seen des Vereins, aber auch friedliche Fische wie Schleie, Karpfen und Weißfische.
Allerdings kommt bei dem Fest kein eigener Fisch auf den Grill. „Wir verlassen uns seit Jahren auf einen Lieferanten aus dem Schwarzwald“, erklärt Vorstandsmitglied Martin Lettenmeier. Schon wegen der benötigten Mengen. Elf Zentner Forellen und 150 Kilo Zanderfilet liegen im Kühlwagen. „Die Fische bleiben bei einem Grad plus im Kühlwagen, bis sie dran sind“, erklärt er. Auf der Speisekarte steht Forelle in allen Variationen, geraucht, Müllerin und die Spezialität des Seefestes: Forelle in der Folie gegart. Der Fisch wird gefüllt mit in Weißwein eingelegten Zwiebeln, einem Stück Butter und Gewürzen. Aber auch der Zander ist beliebt, Gambas gibt es und Fischbrötchen. Hecht gibt es beim Seefest nicht. Denn wegen der vielen kleinen Gräten ist er nicht bei allen beliebt. Martin Lettenmeier hat damit kein Problem. Wenn er einen Hecht angelt, legt er ihn einfach im Ganzen auf den Grill. Steffen Feuchter macht dagegen lieber Hechtklößchen.
Den Sportfischerverein gibt es seit 40 Jahren, 36 Mitglieder hat er. „Unser Aufnahmestopp ist beendet, wir haben noch freie Angel-Jahreskarten“, lädt Feuchter alle ein, die Lust an diesem Sport haben. Dass aber auch Arbeit dazugehört, muss klar sein. 15 Arbeitsstunden pro Jahr und Mitglied sind Pflicht, meist werden es aber deutlich mehr, zumindest für den Vorstand. Denn auch die Hege der Seen gehört dazu. Das Ufer muss ordentlich befestigt, auf die Wasserqualität muss geachtet werden. All das aber zahlt sich aus: Rund um die Seen sind Molche, Kröten, Grasfrösche und Königslibellen zu finden.
Die Sportfischer angeln aber längst nicht nur in heimischen Gewässern. „Den Fischer zieht es ans Wasser“, sagt Steffen Feuchter und lacht. Kürzlich war der Verein an der Fischtreppe bei der Staustufe in Iffezheim. Der nächste Ausflug führt die Leonberger Sportfischer dann im September in die Oberpfalz an die Naab. Es ist der einzige naturbelassene Fluss Deutschlands – und ein Paradies für Angler.