Leonberg: Krimskrams und Schätze: Flohmarkt in den Höfen von Höfingen
Es ist eher still im kleinen Höfingen, das nur um die 7000 Einwohner beheimatet. An diesem sonnigen Samstagmorgen schlendern jedoch ein paar Menschen auf der Suche nach den vielen verstreuten Flohmarktständen durch die Straßen. „Ich gehe schon länger auf Flohmärkte, mit der Mission, einen guten Roller zu finden“, sagt Ines, eine junge Frau mit Brille. Gleich am dritten Stand landet sie einen Treffer. Ein blauer Roller steht dort, das Metall ein wenig zerkratzt, ansonsten jedoch in optimalem Zustand. Ines fährt einmal die Straße rauf und runter und nickt dann. Die Frau, die den Roller verkauft, verlangt 10 Euro und Ines stimmt sofort zu. „Das war ein richtig guter Deal“, sagt Ines, „ich hätte auch 30 Euro gezahlt“.

Die Suche nach einer Roller war erfolgreich.
Foto: Simon GranvilleJe weiter sich die Besucher Richtung Innenstadt bewegen, desto größer werden die Verkaufsstände. Wo zu Beginn nur Bücher und Babykleidung verkauft werden, gibt es hier Berge an Kleidung, Figürchen, Schmuck oder Schuhe. Vor dem Blumenladen „Blumen am Schloss“ verkauft Besitzerin Yvonne Mannl alte Kleidung von sich und der Tochter ihrer Vermieterin. „Die Leute waren da“, sagt sie auf die Frage, ob es viel Andrang gab, „aber wegen der Läden in den Hauptstraßen läuft das mega.“

Yvonne Mannl möchte ihr Spinnrad loswerden.
Foto: Simon GranvilleNeben Kleidung verkauft sie heute unter anderem auch Schmuck und Küchenutensilien. „Das läuft immer“, sagt sie. An dem Spinnrad, dass für fünf Euro zum Angebot vor dem Laden steht, hänge sie besonders. „Aber man kann nicht alles aufheben“, so Mannl.
Highlight sind mehrere große Stände auf dem Vorplatz und in den Garagen eines kleinen Hofs. Hier verteilt ein Mann Würste und Fleischkäse im Brötchen an die hungrigen Besucher. Durch „Mundpropaganda“ hätte die Hauptbetreiberin der Stände, Cori, vom Flohmarkt erfahren, sich angemeldet und ihre Stände teilweise schon die ganze Woche über aufgebaut. Morgens, vor Flohmarktbeginn seien schon Händler da gewesen, die sich nach wertvollen Antiquitäten umgeschaut hätten. „Die waren aber unverschämt, die wollten nicht wirklich was zahlen“, sagt Cori. Bei den Kunden seien Schallplatten, Zinn, Modeschmuck, Spielsachen und alte Videospielkonsolen besonders beliebt.
Ein junges Pärchen will bald zusammenziehen und sucht hier nach gutem Besteck. Eine ältere Frau kritisiert die Verstreuung der Stände in der Stadt. „Das ist zu viel zum Laufen“, sagt sie. Doch die meisten hoffen, dass der Flohmarkt erneut stattfindet.

Verkäufer und Käufer haben Spaß.
Foto: Simon GranvilleOrganisiert wurde der Hofflohmarkt von Familie Kuhner, deren Stand etwas versteckt in einem Wohngebiet liegt. Im Garten und vor der Garage werden unter anderem viele Playmobil-Figuren verkauft. Der Grundstein für den Hofflohmarkt wurde laut Dominik Kuhner schon vor zwei Jahren gelegt. Eine Umfrage ergab damals, dass sich Viele einen Hofflohmarkt wünschten. Als sich das Ganze in den Ausschüssen und Arbeitskreisen verzögerte, beschloss Familie Kuhner, das Ganze kurzerhand selbst in die Hand zu nehmen. „Wir haben gedacht, das machen wir jetzt einfach“, sagt Dominik Kuhner. Im Freundeskreis und bei Nachbarn hätten sie herumgefragt, wer Lust und Zeit habe, kurzerhand einen Flyer gestaltet und dann ein paar Grundregeln festgelegt. „Zum Beispiel, dass man nur auf dem Privatgrundstück verkauft oder dass man keinen Alkohol ausschenkt“, so Kuhner. So hätten sich laut ihm fast 40 Teilnehmer gefunden. Ziel des Flohmarktes sei es „Platz zu schaffen und ins Gespräch zu kommen“.













