Mobilität im Kreis Böblingen: Radschnellweg für S-Pedelecs teils freigegeben

In Tübingen längst vorhanden: Strecken für S-Pedelecs
dpa/ArchivDer Kreis Böblingen will den Radverkehr weiter stärken. Ein Baustein ist dabei, die Verbreitung von S-Pedelecs zu fördern, indem weitere Radwege dafür freigegeben werden. Die erste Rad-Hauptpendlerroute im Kreis für S-Pedelecs betrifft die rund sieben Kilometer lange Strecke über den Radschnellweg RS 1 und die Radwege zwischen Böblingen und Gärtringen.
Zuletzt sind die entsprechenden Schilder angebracht worden, teilt der Landkreis mit. Die Entscheidung fiel nach Abstimmungen mit den Verkehrsbehörden der Stadt Böblingen sowie den Gemeinden Ehningen und Gärtringen.
Schnelle Räder auf den Schnellweg
Im Gegensatz zu den weit verbreiteten Pedelecs, die maximal 25 Stundenkilometer fahren, gibt es die Motorunterstützung bei S-Pedelecs bis 45 Stundenkilometer, abhängig von der eigenen Muskelkraft. Nach den gesetzlichen Regelungen in Deutschland gelten sie nicht als Fahrräder, sondern als Kleinkrafträder, es besteht Helmpflicht.
S-Pedelec-Fahrer dürfen keine Wirtschaftswege und Radwege benutzen, die nicht explizit dafür freigegeben sind, sondern müssen auf der Straße fahren. „Das bedeutet beispielsweise, dass mit einem S-Pedelec auf einer Landstraße gefahren werden muss, auch wenn parallel dazu ein Radweg verläuft – eine Situation, die der Förderung klima- und umweltfreundlicherer Mobilität und Verkehrssicherheit nicht zuträglich ist“, heißt es von Seiten des Landratsamtes.
Rein äußerlich unterscheidet sich ein S-Pedelec kaum vom herkömmlichen Pedelec. Allerdings wird es durch die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit wesentlich attraktiver, auch längere Pendler-Strecken von 15 bis 20 Kilometern mit dem Rad zu fahren. „Experten sehen in S-Pedelecs einen klaren Beitrag zur Verkehrswende“, schreibt das Landratsamt in seiner Mitteilung. „Ein Blick über die Landkreisgrenze nach Tübingen zeigt, dass dort über die letzten Jahre schon mehrere Strecken freigegeben und keine negativen Erfahrungen gesammelt wurden.“
In der Schweiz sei das Radwegnetz bereits im Jahr 2012 grundsätzlich für S-Pedelecs freigegeben worden, in den Niederlanden, Belgien und Dänemark dürften S-Pedelec-Fahrende ebenfalls Radwege nutzen - zum Teil mit Einschränkungen.