Naherholung bei Leonberg
: Warmbronner See wird abgesenkt – kuriose Fundstücke tauchen auf

Weil der Wasserspiegel im Warmbronner See für Sanierungsarbeiten abgesenkt wurde, tauchen kuriose Relikte aus dem Schlamm auf.
Von
Nathalie Mainka
Stuttgart
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Wie lange das Schwein unter Wasser im Warmbronner See war, weiß nur es selbst.

Simon Granville

Was so alles zum Vorschein kommen kann, wenn der Wasserspiegel eines Sees gesenkt wird, sehen aktuell Spaziergänger in Warmbronn, die bis ans Ende der Lämmlestraße zum südlichen Zipfel des kleinen Warmbronner Sees gelangen. Da lehnt ein komplett vergammeltes Fahrrad an der Absperrung, das sehr lange unter Wasser gedarbt haben muss. Ein Auto-Katalysator wurde auch schon aus dem Schlamm herausgefischt. Und wann das metallene rostige Schwein, das mit gespaltenem Rücken am Ufer steht, in den See gefallen ist, weiß nur es selbst. Oder diejenigen, die es irgendwann einmal dort versenkt haben. Jedenfalls gelangt es jetzt zu neuer Popularität, musste es doch schon für einige Selfies herhalten.

Der Warmbronner See steht inmitten eines wichtigen Sanierungsvorhabens. Hauptbestandteil ist die Kanalsanierung der Zulaufleitung. Das Mönchbauwerk, das den Ablauf des Sees in den Maisgraben steuert, wird aus Kostengründen nicht komplett überholt, es finden lediglich kleine Reparaturen statt. Dieses Bauwerk war durch Verschlammung und Schäden in seiner Funktion stark eingeschränkt. Seit Jahrzehnten läuft das Wasser nur noch über den Notüberlauf ab. Dieser Ablauf soll nun verbessert werden, er wurde bereits von Wurzelwerk freigeschnitten. Eine umfassende Entschlammung des Sees ist zum aktuellen Zeitpunkt wegen der hohen Kosten nicht geplant.

Die Sanierungsarbeiten am Warmbronner See belaufen sich auf 85.000 Euro.

Foto: Simon Granville

Erhebliche Schäden im Zulaufkanal am Warmbronner See

Bei einer früheren Inspektion mit einer Kamera wurde festgestellt, dass der Zulaufkanal, der etwa 70 Meter lang ist, erhebliche Schäden an mehreren Stellen aufweist. Um diese genau messen und dokumentieren zu können, muss eine erneute Inspektion stattfinden, die auch Bereiche abdeckt, die in der Regel unter der Wasseroberfläche des Sees liegen. Ein Check unter Wasser ist jedoch nicht möglich. Daher muss die Seeoberfläche etwa einen Meter abgesenkt werden. Gleichzeitig werden Sedimentablagerungen – ein Bodensatz, der durch natürliche Prozesse abgelagert wurde – vor dem Zulauf entfernt.

Auch im Maisgraben selbst sind begleitende Untersuchungen der Gewässerökologie geplant. Mit der Sanierung soll die Funktionsfähigkeit des Sees langfristig gesichert und gleichzeitig der Natur- und Hochwasserschutz gewährleistet werden. Die Arbeiten starteten im August und dauern bis in den September hinein. Aus naturschutzrechtlichen Gründen ist nur in diesen Monaten eine Absenkung des Wassers erlaubt.

Die Gesamtkosten für die Arbeiten belaufen sich auf etwa 85 000 Euro. Darin enthalten sind neben der Sanierung der Leitung auch eine ökologische Begleitung, die sicherstellen soll, dass die Eingriffe in das Gewässer so schonend wie möglich erfolgen. „Der Biologe überwacht die Maßnahme, damit gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Er überprüft den Schlamm, misst den Sauerstoffgehalt im See sowie die Wasserqualität für Fische und stimmt alles mit den Behörden ab“, erklärt Leila Fendrich, die Pressesprecherin der Stadt Leonberg.

Fischereiverein pflegt Warmbronner See

Alle Tätigkeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Unteren Wasser- und der Naturschutzbehörde sowie in Absprache mit dem Fischereiverein Warmbronn, der dem Vorgehen zugestimmt hat. „Er ist involviert und beteiligt sich mit Rat an der Maßnahme. Die Fische überleben im Teich, weil dieser nicht komplett abgelassen wird“, sagt Leila Fendrich.

Der Warmbronner See ist in den Händen des örtlichen Fischereivereins. Der Gemeinderat hatte im Jahr 2018 beschlossen, den bis dato seit fast 50 Jahren bestehenden Fischereipachtvertrag um weitere zwölf Jahre zu verlängern. „Damit ist gesichert, dass die Leonberger Traditionsgewässer auch künftig verantwortungsvoll bewirtschaftet und gepflegt werden“, hieß es in der Begründung. Neben der Fischerei engagiert sich der Verein seit vielen Jahren für den Maisgraben, der als wichtiges Biotop gepflegt wird.

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