Neubauprojekt in Dagersheim
: Parkplatzsituation sorgt für Diskussionen

Die vorgesehene Neubebauung „Südlich der Berggasse“ in Dagersheim ist seit vielen Jahren umstritten. Jetzt wurde der Bebauungsplan angepasst, der Ortschaftsrat stimmte zu.
Von
Holger Schmidt
Stuttgart
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Auf dieser Brache sollen zwei Gebäude mit 20 Wohnungen entstehen.

Stefanie Schlecht

Der Sitzungssaal am Dienstagabend ist voll besetzt gewesen. das Bürgerinteresse am Dagersheimer Ortschaftsrat groß – insbesondere beim vorletzten Tagesordnungspunkt: dem Bebauungsplan „Südlich der Berggasse“. Hier geht es um ein Neubauprojekt, das bereits 2020 Proteste ausgelöst hatte. Auch jetzt sorgte die Parkplatzsituation erneut für Diskussionen. „Der Stellplatzschlüssel ist nicht passend“, haderte Arthur Bamberger von den Freien Wählern. Und prophezeite: „Es wird massive Probleme mit dem Parken geben.“ Dennoch stand die Mehrheit des Gremiums dem Projekt positiv gegenüber.

Seit dem Abbruch eines Wohngebäudes mit Scheune vor einigen Jahren liegt die Fläche unweit der Schwippe brach. Das private Bauvorhaben, über das bereits 2020 auch im Böblinger Gemeinderat beraten wurde, sieht zwei Wohngebäude vor, die in drei Baukörper gegliedert sind. Insgesamt 20 Wohnungen sollen entstehen, dazu mit einem Schlüssel von 1,5 zumindest für die größeren Wohnungen eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen. „Deutlich zu wenig“ für die geschätzten gut 50 Bewohner, schimpfte Arthur Bamberger. „Die Lebensqualität darf nicht unter der Schaffung von Wohnraum leiden“, ergänzte SPD-Stadtrat Olcay Miyanyedi, als Dagersheimer mit am Tisch, aber ohne Stimme im Ortschaftsrat.

Bei der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vor drei Jahren waren viele Kritikpunkte benannt worden: Bebauungsdichte, Stellplätze, Parken und Verkehr waren die meistgenannten Themen, an denen sich Einwendungen festmachten. Einiges davon haben die städtischen Verantwortlichen in den nun vorgelegten Bebauungsplan „Änderung und Erweiterung südlich der Berggasse“, der für das Vorhaben zwingend notwendig ist, zwischenzeitlich eingearbeitet. So wurde die bemängelte Tiefgarageneinfahrt optimiert, ebenso die Zufahrt für die Feuerwehr über die erforderlichen 3,50 Meter hinaus auf 3,85 Meter verbreitert, auch um Wendemöglichkeiten zu schaffen. Außerdem bleibt durch einen Grundstückstausch die Stützmauer am abschüssigen Hang im Eigentum der Stadt. Für zusätzliche Parkplätze – auch für Besucher – verwies das zuständige Stadtbauamt auf Stellplatzflächen rund um die Kirche, von denen aus die Berggasse fußläufig gut erreichbar sei.

Verkehrsberuhigter Bereich soll entspannen

Grundsätzlich positiv zum Bauprojekt des Immobilienunternehmens BB Wohnbau äußerte sich Tim Göhner von den Grünen und traf damit offenbar die Stimmung der deutlichen Mehrheit seiner Kolleginnen und Kollegen. Es würde nicht mehr Wohnraum geschaffen, als der geltende Bebauungsplan ohnehin vorsehe, sondern dieser durch die geplante Neubebauung besser eingebunden. „Unser Vorschlag: Ein verkehrsberuhigter Bereich“, plädierte Ortsvorsteher Hendrik Queck abschließend, um die allgemeine verkehrliche Situation mit dem Geh- und Radweg zu entschärfen.

Nach der Empfehlung aus dem Dagersheimer Ortschaftsrat steht der überarbeitete Bebauungsplan „Südlich der Berggasse“ auch im Böblinger Gemeinderat am 22. Juli zur Diskussion und Abstimmung. Ein positiver Beschluss auch dort vorausgesetzt, erfolgt nach der Sommerpause eine erneute öffentliche Auslegung mit der Möglichkeit weiterer Anregungen von Öffentlichkeit und Behörden.

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