Premiere im Kreis Böblingen: Stadtwerke Sindelfingen reichen Genehmigungsantrag für Windräder ein

Beim Landratsamt ist der erste Antrag für einen Windpark eingegangen.
dpaBeim Landratsamt ist der erste Antrag auf eine Genehmigung von Windkraftanlagen im Kreis Böblingen eingegangen. Einer Mitteilung zufolge haben die Stadtwerke Sindelfingen die Genehmigung von fünf Windrädern im Sindelfinger Wald beantragt. Das Landratsamt ist als Untere Immissionsschutzbehörde für die Genehmigung von Windrädern im Kreisgebiet zuständig.
Die Stadtwerke Sindelfingen planen auf Magstadter und Sindelfinger Gemarkung im Wald zwischen der ehemaligen Deponie „Dachsklinge“ und der A 8 fünf Windräder. Die Anlagen wären Teil des Projekts „Energiedrehscheibe Nord“.
Wie viel Strom die Windräder liefern könnten
Im April hatte der Magstadter Gemeinderat die Verpachtung der entsprechenden Flächen an die Stadtwerke Sindelfingen für den Bau von zwei Windrädern beschlossen. Anfang Juni folgte das Sindelfinger Gremium und gab grünes Licht für drei Windräder. Geplant sind Windräder des Typs Enercon E-175, mit jeweils einer Gesamthöhe von 262 Metern. Sie könnten laut Landratsamt den jährlichen Strombedarf von etwa 17 500 Haushalten decken.
Dass der Antrag gerade jetzt beim Landratsamt eingetroffen ist, dürfte kein Zufall sein. Anträge, die bis zum 30. Juni 2025 eingereicht werden, fallen noch unter die EU-Notfallverordnung, die den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen soll. Sie sieht für den Bau von Windkraftanlagen ein vereinfachtes Verfahren vor. Unter bestimmten Voraussetzung müssen demnach keine Umweltverträglichkeitsprüfung und keine artenschutzrechtliche Prüfung erfolgen.
Wie es weitergeht
Bis endgültig feststeht, ob die Anlagen gebaut werden dürfen, dauert es aber noch. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Fläche im Regionalplan als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen wird. Die Entscheidung darüber trifft die Regionalversammlung voraussichtlich im September. Eine große Unbekannte ist zudem die Einschätzung der Flugsicherung, die sich zuletzt eher ablehnend geäußert hatte.
Der Landrat Roland Bernhard jedenfalls freut sich der Mitteilung zufolge sehr über den ersten Genehmigungsantrag und hofft auf weitere. „Als Industrielandkreis benötigen wir viel Energie. Ziel ist es, mit vereinten Kräften den Ausbau nachhaltiger Energiequellen vorantreiben.“