Rennfahrer Herbert Linge: Würdiges Denkmal für eine Weissacher Porsche-Ikone
In Weissach kennt man seinen Namen: Herbert Linge, Geburtsjahr 1928, war Porsche-Azubi der ersten Stunde, Rennfahrer, Stuntman für Steve McQueen, Träger des Bundesverdienstkreuzes und obendrein auch noch der Grund dafür, dass sich Porsche mit seinem Entwicklungszentrum einst ausgerechnet in Weissach niederließ. „Wenn jemand die Bezeichnung ,Porsche-Urgestein’ verdient hat, dann sicher Sie“, schrieb der heutige Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume dem Weissacher Linge einmal zum Geburtstag. Verstorben ist Herbert Linge vergangenen Januar im Alter von 95 Jahren – jetzt hat die Gemeinde Weissach zu seinen Ehren eine Stele aufgestellt.
Und das Herbert Linge den Weissachern – ob vom Entwicklungszentrum oder aus dem Ort – wirklich etwas bedeutet hat, zeigt schon, wie viele Menschen vergangene Woche bei der Enthüllung der „Linge-Stele“ dabei waren: Rund 60 Gäste, unter ihnen auch einige Porsche-Funktionäre und Familienmitglieder von Linge, hatten sich an der auserkorenen Stelle im Weissacher Ortskern versammelt, berichtet Susanne Kittelberger, die das Heimatmuseum des Ortes leitet und obendrein eng beteiligt war an der Entstehung der Stele. „Herbert Linge war immer so nahbar“, sagt sie. „Die Rennfahrt wirkt ja manchmal ein bisschen Schickimicki. Aber er war gar nicht so. Deshalb haben ihn hier alle so gut in Erinnerung.“
Die Stele steht, wo Linge einst geboren wurde
Schon im Jahr 2006 wurde Linge wegen seiner Verdienste zum Ehrenbürger der Gemeinde Weissach ernannt. Den Wunsch, künftig mit einer Stele an ihn zu erinnern, hatte der Oldtimer Club Weissach bereits kurz nach seinem Tod geäußert. Der Verein erinnert schon seit Jahren mit einer als „Linge-Platz“ getauften Terrasse an den Rennfahrer. Der Verein war es auch, der den Standort für die Stele ins Spiel gebracht hatte – nämlich den einstigen Standort von Linges Geburtshaus an der Ecke Hischstraße/Hindenbrugstraße. Die Verwaltung hatte Pläne zur Stele schließlich im Frühjahr 2025 im Gemeinderat präsentiert.
Dass es seitdem nun doch einige Monate bis zur Enthüllung der Stele gedauert hat, lag laut Susanne Kittelberger besonders an der komplizierteren technischen Umsetzung. Früh sei klar gewesen, das man Fotos von Herbert Linge auf der Stele integrieren wolle, eine Methode, um das zu bewerkstelligen, musste aber erst einmal gefunden werden. Zusätzlich sollte das Material auch einfach zu reinigen sein.
Glücksfall für die Gemeinde: Er holte Porsche nach Weissach
Inzwischen hat es geklappt: Die neue Stele zieren einige Fotos von Herbert Linge, rundherum hat der Bauhof ein Blumenbeet in Form des Porschelogos angelegt. Außerdem auf der Stele verewigt wurde das legendäre Zitat, mit dem Linge einst Ferry Porsche überzeugt haben soll, das Entwicklungszentrum der Firma in seinen Heimatort zu holen. Für die kleine Strudelbachgemeinde wirkt das bis heute nach: „Auf diesen Glücksfall fußt der Wohlstand unserer Gemeinde und dafür werden wir ihm immer dankbar sein“, so Bürgermeister Jens Millow.
Trotzdem: Nur ums Geld geht es bei all dieser Dankbarkeit nicht. Dass Linge auch Menschen verbunden hat, habe man bei der Enthüllung auch daran gemerkt, dass sich hier viele alte Bekannte wiedergetroffen haben, berichtet Susanne Kittelberger. Und Millow ergänzt: Bei all den ungezählten Ehrungen, die Herbert Linge im Laufe seines Lebens erhalten hat, sei er doch immer ein Mann mit Bodenhaftung geblieben. „Mit seiner Bescheidenheit und Herzlichkeit hat er die Gemeinschaft in seinem Heimatort überall bereichert.“










