Schlaglöcher in Sindelfingen
: KI soll bei Straßensanierung helfen

Im Kampf gegen Schlaglöcher und Stolperfallen will Sindelfingen auf Künstliche Intelligenz setzen. Die Finanzierung des Programms stieß im Gemeinderat aber auf Kritik.
Von
Gerlinde Wicke-Naber
Stuttgart
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Schlaglöcher machen an diversen Stellen in Sindelfingen Autofahrern das Leben schwer.

picture alliance/dpa

Schlaglöcher in den Straßen, Stolperfallen auf Fußwegen: Über kaputte Straßen, Radwege und Bürgersteige ärgern sich viele Sindelfinger. Doch ein Gesamtbild über den Zustand des städtischen Verkehrsnetzes gibt es bisher nicht.

Das will die Sindelfinger Stadtverwaltung nun ändern. Ein digitales Straßensanierungskonzept soll erstellt werden. Das hat der Gemeinderat am Dienstag beschlossen.

Sindelfinger Straßen und Wege sollen von einer KI analysiert werden

Vorgesehen ist, mit einer Kamera alle Straßenoberflächen zu erfassen und so den Istzustand sämtlicher Straßen und Wege festzustellen. Schäden werden dokumentiert und mit Hilfe eines KI-gestützten Tools analysiert. Anhand dieser Daten soll dann ein Straßensanierungskonzept für Sindelfingen erstellt werden.

Dabei geht es vor allem darum eine Prioritätenliste zu erstellen. Welche Straßen sind besonders sanierungsbedürftig? Wo sind neuralgische Punkte, die schnell saniert werden müssen? Welche Straßen sind in einem Zustand, sodass eine schnelle Reparatur nicht notwendig ist?

Das Sindelfinger Vorhaben soll 220 000 Euro kosten

All diese Punkte sollen in einem dann zu erstellenden Gesamtkonzept zur Sanierung einfließen. Bereits in mehreren anderen Städten in der Region, beispielsweise in Esslingen am Neckar und Vaihingen an der Enz, arbeite man erfolgreich mit dem digitalen System zur Erfassung von Straßenschäden, erklärten Vertreter der Sindelfinger Stadtverwaltung. Immer wieder hatten Stadträte in den vergangenen Jahren die Erstellung eines Straßensanierungskonzepts für Sindelfingen gefordert, zuletzt die FDP-Fraktion in einem Antrag im Herbst.

220 000 Euro soll das Vorhaben kosten. Die Mittel dazu kommen aus dem Topf der Radwegesanierung. Dies stieß zunächst auf Kritik einiger Räte, zumal in der Vorlage für die Zustandserfassung nur Straßen und Fußwege aufgeführt waren. Die Baubürgermeisterin Corinna Clemens erklärte im Rat, dass selbstverständlich auch die Radwege erfasst würden. Da wegen der angespannten Haushaltssituation der Etat bereits stark gekürzt worden sei, blieben aktuell für das neue Vorhaben nur die Mittel aus dem Radwegetopf. Trotz dieser Entnahme verblieben noch etwa 230 000 Euro in diesem Jahr für die Instandhaltung der Radwegeinfrastruktur.

Vorgesehen ist zudem, die Straßenzustandserfassung kontinuierlich fortzuführen. Alle zwei Jahre sollen die Straßen und Wege erneut befahren und die Schäden mit einer Kamera dokumentiert werden. 100 000 Euro alle zwei Jahre plant die Stadtverwaltung dafür im Haushalt ein.

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