Sommer am See in Böblingen
: Mit Bigband-Klängen geht es los

Die 29. Auflage der Reihe „Sommer am See“ beginnt traditionell mit einem Auftritt der AEG-Bigband – und dieses Mal auch mit einigen Überraschungen.
Von
Bernd Epple
Stuttgart
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Rissen ihr Publikum mit: die AEG-Bigband eröffnete den „Sommer am See“ in Böblingen.

Bernd Epple

Das musikalische Aushängeschild des Böblinger Albert-Einstein-Gymnasiums ist seit vielen Jahren nebst Orchester und Chor die AEG- Bigband. Viele Profimusiker sind schon aus deren Reihen hervorgegangen. Folgerichtig hat sich das Amt für Kultur schon früh entschlossen, dieser Formation zur Eröffnung des „Sommers am See“ eine Bühne zu geben –am Donnerstagabend bereits zum fünfundzwanzigsten Mal.

Wie jedes Jahr sorgt die Bigband auch dieses Mal für eine volle Hütte. Besucher aus dem Dunstkreis der Schule sowie Freunde des Bigband-Jazz füllen zur Eröffnung des Veranstaltungsreigens die Alte TÜV-Halle und das angrenzende Terrain. Darunter sind Mitglieder der Stadtkapelle, Mitarbeiter anderer Kulturschaffender der Region, Kulturamtsleiter Sven Reisch und nicht zuletzt auch OB Stefan Belz. Der konstatiert: „Die Verbindung zur AEG-Bigband und die Begeisterung für deren Musik war bei mir schon immer da. Ich war zu meiner Schulzeit ja selbst Trompeter der Bigband des Sindelfinger Stiftsgymnasiums“. Nicht ohne Stolz präsentiert er die Rückseite seines zu diesem Anlass getragenen AEG-Bigband-T Shirts mit der Aufschrift „Ehrenspieler 2018“.

Zahl der Nachwuchsmusiker am AEG sinkt

Doch bei aller Freude über das begeisterte Engagement der AEG-Musiker gibt es auch einen Wermutstropfen, wie Johannes Stephan, der Bigband-Leiter, im Vorfeld des Konzerts berichtet. „Die Schülerzahlen sind seit einigen Jahren rückläufig, was Einfluss auf die Größe der Orchester hat. Wir müssen die Bigband mit jüngeren Musikern aus den unteren Klassenstufen auffüllen, was natürlich Qualitätsabstriche mit sich bringt. Die Bläserklasse hat sich von ehemals 47 auf 17 Bläser gesenkt. Doch der Spielfreude tut das Gott sei Dank keinen Abbruch; und das ist ja auch das Wichtigste“.

Der OB hat ebenfalls ein Herz für Bigband-Musik.

Foto: Epple

Weiterhin beklagt er mit einem Seitenhieb in Richtung Kultusministerium, dass für die Politik das Thema Kultur auf der Prioritätenleiter inzwischen ziemlich abgerutscht sei. Dennoch schaue er dem Konzert gut gelaunt entgegen.

Dieses beginnt pünktlich um 19.30 Uhr mit der AEG-Miniband. Diese versteht sich in erster Linie als eine Einsteiger-Bigband für die Klassenstufen fünf bis acht. Mit leichten bis mittelschweren Arrangements erschließt sie motivierten Schülerinnen und Schülern die Welt des Jazz, Rock und Pop. Entsprechend weht dem Publikum unter der Leitung von Oliver Dermann ein rockig-poppiger Auftakt entgegen. Man bedient sich bei Michael Jackson oder Taylor Swift und interpretiert deren Songs mit feinen Bläserarrangements. Eine gestenreich auftretende junge Sängerin (Anabelle) deutet an, dass man sich um den Nachwuchs nicht allzu große Sorgen machen müsse.

OB Stefan Belz dankt den Organisatoren

Es folgt die Begrüßung durch den Oberbürgermeister, der auf insgesamt 43 Veranstaltungen des diesjährigen Programmes hinweist und der sich herzlich bei Veranstaltungsleiter Andreas Wolfer und seinem Team bedankt, die wieder einmal ein tolles Programm auf die Beine gestellt hätten.

Bevor die AEG-Bigband, die zu diesem Zeitpunkt vermutlich schon mit den Hufen scharrt, ran darf, gibt eine vierköpfige Combo mit Piano, E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug ihr für die Eröffnung einstudiertes Rockstück zum Besten; gefolgt von einer Gast-Bigband aus den USA. Die „Blue Lake Bigband“ präsentiert drei Nummern und nach einer kurzen Pause ist es endlich so weit.

28 Bigband-Musiker liefern einen strahlenden Auftakt und unterhalten ihr Publikum rund eine Stunde lang mit vornehmlich poppigem Repertoire. Aus allen Registern treten Solisten in den Vordergrund und werden so frenetisch beklatscht, dass man sich fast bei einem großen Rockkonzert wähnen könnte.

Doch die Überraschung kommt zum Schluss: Der OB zeigt sich von einer wenig bekannten Seite. Er greift bei der Zugabe „Brass Attack“ zur Trompete, spielt ein Solo und zeigt, dass er sich nicht nur in die Geschicke der Stadt einbringen kann, sondern auch mal im Klangkörper einer Bigband das Sagen hat. Das wird mit stürmischem Beifall quittiert. Nach den letzten Noten: strahlende Gesichter allenthalben! Ein Abend, der Lust auf mehr macht.

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