Stara Leonberg-Warmbronn
: Wo neben Spaß auch Werte vermittelt werden

Seit 1972 ist sie ein fester Bestandteil in den Sommerferien: die Stadtranderholung in Warmbronn. Kinder erleben eine Woche lang nicht nur Natur, Gemeinschaft und Abenteuer.
Von
Rickarda Reichert
Stuttgart
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Viel Bewegung und draußen sein in der Gemeinschaft: das will die Stadtranderholung Kindern ermöglichen.

Simon Granville

Ob Riesen-Mäxle in der Turnhalle oder Bastelprojekte zum diesjährigen Leitthema „Weltall“ – die Betreuerinnen und Betreuer stellen bei der Stadtranderholung Warmbronn ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine. Beim „Kometeneinschlag“ etwa liefern sich Gruppen einen Wettkampf, wer das beste Auffangnetz für Hühnereier gebaut hat. „Unser Ziel ist es, den Kindern eine möglichst breite Auswahl an Aktivitäten anzubieten“, sagt Lea Lavecke, die pädagogische Leiterin. „Dabei legen wir großen Wert darauf, dass die Kinder selbst entscheiden dürfen, wie sie ihren Tag gestalten, ob mit Fußball, basteln, malen oder ganz anderen Angeboten.“

Willkommen sein ohne Einschränkungen

Rund 150 Kinder tummeln sich pro Woche auf dem Gelände an der Steigwaldhalle. Laut den Organisatoren gab es auch in diesem Jahr wieder mehr Anmeldungen als freie Plätze. „Wir möchten, dass sich jedes Kind hier willkommen fühlt – ganz unabhängig von individuellen Bedürfnissen“, sagt Minu Pöhler, ebenfalls pädagogische Leiterin. Denn Inklusion, Offenheit und ein respektvolles Miteinander werden beim Ferienprogramm der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Böblingen-Tübingen großgeschrieben und den teilnehmenden Kindern mit auf den Weg gegeben. Die Vielfalt der Aktivitäten soll es ermöglichen, auf unterschiedliche Interessen und Voraussetzungen einzugehen und damit Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Vor Ort werden die Kinder je nach Alter in zwölf kleinere Gruppen aufgeteilt – so ist der Umgang persönlicher. Bei der Ankunft um 8.30 Uhr am Morgen geht es jedoch zunächst ins Gemeinschaftszelt, wo gemeinsam gefrühstückt und auch musiziert wird. Betreut werden die Kinder nicht nur von Erwachsenen, auch viele Jugendliche melden sich, um bei der „Stara“, wie die Stadtranderholung genannt wird, in eine Betreuerrolle zu schlüpfen. Ab 16 Jahren kann man hier sogenannter Mini-Helfer werden und erstmals Verantwortung ergreifen.

Nach einem gemeinsamen Tagesstart werden kleinere Gruppen gebildet.

Foto: Simon Granville

„Viele von ihnen waren selbst als Kinder hier“, erzählt Roland Bühler, der Geschäftsleiter der Stara, „weil ihnen die Zeit so viel Spaß gemacht hat, wollten sie unbedingt wiederkommen.“ Bevor sie ihre neue Aufgabe ausfüllen dürfen, werden neue Mini-Helfer anhand der Jugendleiter-Card („JuLeiCa“) vorbereitet. Sie lernen dabei nicht nur wichtige Erste-Hilfe-Grundlagen, sondern auch, welche rechtliche und pädagogische Verantwortung ihre neue Funktion mit sich bringt. So wurde beispielsweise in diesem Jahr ein verstärkter Fokus auf essgestörtes Verhalten gelegt – auch dafür gab es extra Schulungen, um einen sensiblen Umgang mit dem Thema zu ermöglichen.

Trotz vieler Veränderungen in den letzten Jahren ziehen die Organisatoren der Awo und der Stadt Leonberg ein durchweg positives Fazit. Die Stadtranderholung habe sich seit der Premiere 1972 weiterentwickelt, ohne ihren ursprünglichen Charme zu verlieren. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung bestehen, dass das Ferienprogramm wieder mit vier Wochen Laufzeit statt der aktuellen zwei stattfinden kann. So, wie es einst Tradition war.

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