Strategie beschlossen
: Herrenberg rüstet sich für den Klimawandel

Der Gemeinderat beschließt die Klimastrategie einstimmig – 13 Maßnahmen machen die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze, Unwetter und Trockenheit.
Von
Ulrich Stolte
Herrenberg
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Seeländerplatz Herrenberg

Auf dem Seeländerplatz in Herrenberg sorgen Bäume für Kühle und Schatten.

Tilla Steinbach

Der Herrenberger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine umfassende Klimaanpassungsstrategie beschlossen. Sie soll dazu beitragen, die Stadt widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und die Lebensqualität ihrer Bürger langfristig zu sichern.

Im Mittelpunkt der Strategie steht ein Handlungskatalog, der 13  Maßnahmen umfasst. Sie reichen von der Umgestaltung von Wegen und von Plätzen mit mehr Wasser- und Grünflächen, über die stärkere Berücksichtigung klimatischer Aspekte in der Stadtplanung bis hin zu klimaangepassten Schul-, Kita-, Sportflächen. Für jede Maßnahme werden konkrete Umsetzungsschritte, Zuständigkeiten und zeitliche Perspektiven benannt.

Die Klimaresilienz stärken

Ziel ist es, die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels frühzeitig in Planungen und Entscheidungen einzubeziehen und die sogenannte Klimaresilienz der Stadt zu stärken.

Dabei reagiert Herrenberg nicht nur auf gesetzliche Vorgaben. Mit dem Inkrafttreten des Bundes-Klimaanpassungsgesetzes im Juli 2024 wurde die Anpassung an die Folgen des Klimawandels bundesweit zur Pflichtaufgabe. Große Kreisstädte sind verpflichtet, bis spätestens Ende Juni 2031 entsprechende Konzepte vorzulegen. In Herrenberg wurden die Weichen dafür jedoch bereits deutlich früher gestellt. Schon im März 2022 hatte der Gemeinderat den Fahrplan „Klimaneutrales Herrenberg“ verabschiedet. Die Entwicklung einer Klimaanpassungsstrategie war darin als zentrale Maßnahme vorgesehen.

Zwischen Klimakrise und Beton: Strassenbaeume unter Druck: Strassenbaeume in Hamburg (Foto vom 28.04.2026). Freiwillig wuerden sich Baeume den Standort zwischen hohen Haeusern und Strassen wohl nie aussuchen: Verdichteter Boden, Feinstaub, Versiegelung, Baustellen und Autos, die auf ihren Wurzeln parken. Hinzu kommen steigende Temperaturen durch den Klimawandel. Strassenbaeume in Grossstaedten stehen zunehmend unter Druck. (Siehe epd-Feature vom 11.05.2026)

Mit Allee-Bäumen, wie hier in Hamburg, können Städte die Temperaturen auf dem heißen Asphalt senken.

Evelyn Sander/epd

Erarbeitet wurde das Konzept von der Stabsstelle Klima- und Umweltschutz gemeinsam mit dem Fachbüro Faktorgruen. Unterstützung erhielt die Stadt durch das Förderprogramm „Klimopass“ des Landes Baden-Württemberg, das 65 Prozent der externen Planungskosten übernahm.

In die Strategie waren verschiedene Bereiche der Verwaltung eingebunden, wie Tiefbau und Entwässerung, Gebäudemanagement, Stadtentwicklung, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz sowie die Stadtwerke. In Workshops, Sitzungen eines Steuerungskreises und Experteninterviews wurden bestehende Projekte analysiert, Risiken bewertet und mögliche Handlungsansätze entwickelt.

Herrenberg als lebenswerte Stadt erhalten

Die neue Strategie bündelt zudem bereits laufende Aktivitäten wie den Klimafahrplan, die Biotopverbundplanung oder das Unwetter-Management. Mit dem einstimmigen Beschluss macht der Gemeinderat deutlich, dass Klimaanpassung künftig als dauerhafte Querschnittsaufgabe verstanden wird. Denn die Herausforderung endet nicht mit einem Konzeptpapier: „Die Aufgabe wird darin bestehen, Herrenberg auch unter veränderten klimatischen Bedingungen als lebenswerte Stadt für kommende Generationen zu erhalten“, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Pressemitteilung der Stadt.

Um die umfangreichen Inhalte auch für die Öffentlichkeit leichter zugänglich zu machen, soll ergänzend eine kompakte Kurzfassung der Klimaanpassungsstrategie erstellt werden.

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