Talk zur OB-Wahl in Leonberg: „Mich haben ihre Ansätze nicht überzeugt“ – Reaktionen aus dem Publikum
Lautes Stimmengemurmel dringt aus dem Saal der Leonberger Stadthalle, wo sich gerade die aussichtsreichsten drei Kandidatinnen und Kandidaten für den Posten des Oberbürgermeisters beim Talk unserer Zeitung zahlreichen Fragen gestellt haben: Marion Beck, Josefa von Hohenzollern-Emden und Tobias Degode. Wer hat überzeugt, wer nicht? Wer konnte sein Profil schärfen und wer mit einer cleveren Antwort glänzen? Wir haben die Zuhörer nach der Veranstaltung befragt.
Judith Vesper aus dem Stadtteil Eltingen haben die drei Bewerberinnen und Bewerber nur zum Teil überzeugt. „Man hat gut die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede erkennen können. Mir war es vor allem wichtig, alle drei Bewerber live und zusammen zu sehen“, sagt sie. Es sei einfach etwas anderes, die Antwort direkt aus dem Mund der Person zu hören als nur davon zu lesen oder es von jemandem erzählt zu bekommen. So könne man auch den Charakter der Kandidaten kennenlernen.

Einigen Zuhörern ist es wichtig, mehr über die Persönlichkeit der Kandidaten zu erfahren, andere interessieren sich vor allem für deren Pläne als OB.
Foto: Simon Granville„Alle drei waren gut. Ich fand sie sehr ehrlich und offen“, sagt ein 28-Jähriger aus dem Ramtel. Er stamme aus Leonberg und sei gerade erst wieder zurückgezogen. „Entsprechend kann ich inhaltlich wenig dazu sagen. Mir waren heute einfach die Persönlichkeiten wichtig“, sagt der junge Mann, der seinen Namen nicht nennen möchte.
Talk zur OB-Wahl in Leonberg vermittelt gute Eindrücke
Auch Yvonne Müller und Julian Sigloch sind gerade erst wieder in ihre Heimatstadt gezogen und haben die Chance genutzt, sich beim Kandidaten-Talk unserer Zeitung ein genaueres Bild der drei Bewerber zu machen. „Tobias Degode hat mich positiv überrascht, auch wenn CDU und Freie Wähler nicht meine politische Richtung sind“, sagt Yvonne Müller.
Degode wird von beiden Fraktionen im Gemeinderat unterstützt. Anita Riethof, eine Freundin des Paares, stimmt ihr zu. „Ich fand gut, dass er nicht nur gesagt hat, was er machen will, sondern auch, wie er es machen will.“
OB-Wahl in Leonberg: Krankenhaus ist Knackpunkt-Thema
Marion Beck konnte die drei Mittzwanziger ebenfalls überzeugen. „Sie hat gute Ansätze zum Thema Mobilität. Was das Thema ‚Stadt wiederbeleben’ angeht, hat sie starke Ressourcen“, findet Yvonne Müller. Die drei Bewerber hatten auf der Bühne der Stadthalle jeweils ihre Visionen zur Wiederbelebung der Altstadt sowie zum Brückenschlag und dem Postareal erläutert.
Die dritte Bewerberin im Bunde – Josefa von Hohenzollern-Emden – hat es dagegen schwerer. „Mich haben ihre Ansätze nicht überzeugt. Sie hat sehr viel versprochen, was sie alles gleich am ersten Tag angehen will“, meint Julian Sigloch.
In der Diskussionsrunde hat das Thema Krankenhaus und medizinische Versorgung eine große Rolle gespielt. „Gesundheitsversorgung ist für mich das wichtigste Thema“, sagt eine Zuschauerin mit Blick auf den OB-Wahlkampf. Alle drei Kandidaten hatten sich für die Erhaltung des Krankenhauses in Leonberg ausgesprochen, aber auch das Für und Wider eines Medizinischen Versorgungszentrums erörtert.
Dass sowohl das Krankenhaus und der Rettungshubschrauber in Leonberg bleiben, sei für sie essenziell, sagt die Frau aus dem Stadtteil Ramtel. Auch die Versorgung mit niedergelassenen Ärzten sieht sie als wichtiges Thema für das künftige Stadtoberhaupt. Noch hat sich keiner der Befragten für einen Kandidaten oder eine Kandidatin der insgesamt fünf zugelassenen Bewerber entschieden. „Ich muss den Abend erst einmal sacken lassen und mir Gedanken über die Antworten machen“, so eine Zuhörerin.
































