Tödliche Schüsse in Leonberg: Anwohner nach Schüssen geschockt: „Das ging durch Mark und Bein“
Zu einem dramatischen Polizeieinsatz ist es am Samstagnachmittag in der Leonberger Hohheckstraße gekommen. Ein 44-jähriger Mann soll aus dem Obergeschoss seines Wohnhauses mehrfach mit einer Waffe auf die Straße, ein gegenüberliegendes Gebäude sowie auf Passanten und später auch auf eintreffende Polizeikräfte geschossen haben. Den Angaben zufolge wurde durch die Schüsse des 44-Jährigen glücklicherweise niemand verletzt.
Mann stirbt nach Polizeischüssen in Hohheckstraße
Der Mann zog sich anschließend in seine Wohnung zurück und reagierte nicht auf Kontaktversuche der Polizei. Beim Zugriff durch ein Spezialeinsatzkommando bedrohte er die Einsatzkräfte mit einer Waffe, woraufhin die Beamten ihre Schusswaffen einsetzten. Der Mann verstarb noch vor Ort. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der sichergestellten Waffe um eine Druckluftwaffe. Ob diese auch beim ersten Beschuss verwendet wurde, ist derzeit noch unklar. Die weiteren Ermittlungen führt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg.
Anwohnerin in Leonberg berichtet: „Dann knallte es“
Es sei wie in einem Krimi gewesen, erzählt eine Leonbergerin, die in der Hohheckstraße wohnt – nur ein paar Schritte vom Tatort entfernt. Mit Namen möchte sie nicht genannt werden. Am Samstag sei sie mittags von der Arbeit heimgekommen, wollte sich eigentlich in den Garten legen und in Ruhe zur Entspannung ein Buch lesen. „Plötzlich flog eine Drohne ganz knapp über uns hinweg“, schildert sie, vermutete zunächst einen schlechten „Streich“ eines Nachbarn.
Doch dann sah sie, wie Polizeiautos überall parkten, später kamen noch Fahrzeuge der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und ein Krankenwagen hinzu. Die Hohheckstraße war komplett gesperrt. Die Nachbarn tauschten sich über die sozialen Netzwerke aus, Genaues wusste aber niemand. Auf die Straße habe sich keiner mehr gewagt. „Dann knallte es, das ging richtig durch Mark und Bein, es fiel nicht nur ein Schuss, sondern fünf hintereinander“, erzählt die Anwohnerin.

Der Einsatz in der Hohheckstraße in Leonberg sorgte für Unruhe in der Nachbarschaft.
Foto: SDMGEinsatz in Leonberger Hohheckstraße dauerte zwei Stunden
Die Feuerwehr wurde angefordert, um eine Sichtschutzwand zu stellen. „Die setzen wir unter anderem bei schweren Unfällen ein, um die Einsatzstellen vor Blicken zu schützen“, erklärt Wolfgang Zimmermann, Hauptkommandant der Leonberger Feuerwehr. Diese Wand sei 30 Meter lang, aufblasbar und innerhalb von zwei Minuten aufgestellt. Die Kollegen seien gerufen worden, nachdem die Schüsse bereits gefallen waren.
Der Leonberger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) wurde gegen 18 Uhr angefordert, als nur noch die Beweissicherung am Tatort war. „Unsere Aufgabe war die Eigentumssicherung“, sagt der Ortsbeauftragte Daniel Lok. Ein Fenster des Hauses, wo der Schusswechsel gefallen war, war zerstört. „Das haben wir wieder mit Holzmaterialien geschlossen.“ Der Einsatz habe etwa zwei Stunden gedauert.
Motiv des 44-jährigen noch unklar
Nach Angaben der Polizei war der 44-jährige Mann sofort medizinisch versorgt worden, er verstarb aber noch vor Ort an seinen Verletzungen. Sonst wurde niemand verletzt. Warum der Mann auf die Passanten und die Polizisten schoss, ist noch völlig unklar. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.






