Trauer in Weil der Stadt
: Das Merklinger Ried war sein zweites Wohnzimmer

Einer intakten Umwelt galt sein ganzes Augenmerk: Horst Klawes hinterlässt eine große Lücke bei den Vogel- und Naturfreunden
Von
Annette Frühauf
Stuttgart
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Horst Klawes (links), hier mit anderen Aktiven, war stets für die Natur im Merklinger Ried im Einsatz.

privat

Das Merklinger Ried war sozusagen sein zweites Wohnzimmer: Horst Klawes, Mitgründer des Vereins Vogel- und Naturfreunde Merklingen, ist im Alter von 76 Jahren gestorben.

Der passionierte Naturschützer setzte sich zeitlebens für den Erhalt der Umwelt und seiner Heimat ein. Seinem unermüdlichen Engagement ist es mit zu verdanken, dass das Merklinger Ried als einzigartiges Feuchtgebiet bis heute Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tierarten, insbesondere Vögel und Amphibien, ist.

Auch in der Feuerwehr aktiv

1971 wurde Horst Klawes Mitglied beim Deutschen Bund für Vogelschutz (DBV), in der Ortsgruppe Merklingen. Die Naturschutzvereinigung setzte sich fortan für den Erhalt des Areals ein, das als Industriestandort genutzt werden sollte. Da die Unterstützung für das Ried vom DBV Landesverband Baden-Württemberg ausblieb, gründete Horst Klawes gemeinsam mit 19 Mitstreitern 1975 die Vogel- und Naturfreunde Merklingen. 1982 erreichte der Verein schließlich, dass das Ried als drittes Gebiet im Kreis Böblingen unter Naturschutz gestellt wurde.

Trotz seiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr und seinem Beruf als Lehrer blieb Klawes bis 1987 Schriftführer des Naturschutzvereins und war auch danach weiter aktiv mit dabei. Sein Einsatz für die Natur und den Erhalt seiner Heimat formulierte er in der Denkschrift „30 Jahre Schutzgebiet Merklinger Ried“ – ein Dokument, dass seine Liebe und sein Verantwortungsgefühl gegenüber der Umwelt zum Ausdruck bringt.

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