Trickbetrüger als Mitarbeiter: Stadtwerke Herrenberg: „Jeder Mitarbeiter hat einen Ausweis“

„Irgendetwas mit dem Zähler“ – wollte ein frecher Trickbetrüger, der als Stadtwerke-Mitarbeiter ausgab, anschauen. Da ist Vorsicht geboten.
picture alliance/dpaDiebe haben sich in der vergangenen Woche als Mitarbeiter der Stadtwerke Herrenberg ausgegeben und arglose Senioren bestohlen. Das Unternehmen ruft jetzt die Öffentlichkeit zur Vorsicht auf.
Am 11. März war ein Seniorenpaar in Herrenberg Opfer eines Trickdiebstahls geworden. Unsere Zeitung berichtete. Ein angeblicher Mitarbeiter der Stadtwerke Herrenberg hatte bei den Senioren im Carl-Orff-Weg geklingelt und vorgegeben, einen Stromzähler im Keller überprüfen zu müssen. Der 87-jährige Geschädigte ging daraufhin mit dem Unbekannten in den Keller. Nach etwa fünf Minuten klingelte ein weiterer angeblicher Mitarbeiter der Stadtwerke und begab sich in das erste Obergeschoss des Wohnhauses, was von dem Seniorenpaar zunächst unbemerkt blieb. Nachdem die beiden unbekannten Männer die Wohnung wieder verlassen hatten, stellten die Senioren fest, dass Schmuck im Wert von mehreren Tausend Euro fehlte.
Immer den Ausweis zeigen lassen
Die Stadtwerke wollen jetzt gezielt darüber aufklären, wie Mitarbeiter ihres Unternehmens als solche erkannt werden können und worauf Kunden achten sollten. Jeder Mitarbeitende der Stadtwerke besitzt demnach einen Dienstausweis, der auf Anfrage vorgezeigt wird – es wird sogar dazu aufgerufen, dies zu tun. Darüber hinaus können Kunden auch bei den Stadtwerken anrufen, um sicherzugehen, dass es sich tatsächlich um einen Angestellten handelt, heißt es in der Mitteilung. Kunden, die an der Haustüre bedrängt oder genötigt werden, sollten sich an die örtliche Polizeidienstelle wenden.
Niemals Fremden Rechnungen oder Bescheide zeigen
Die Stadtwerke raten außerdem dringend davon ab, Zählernummern oder Verbrauchsabrechnungen sowie persönliche Daten oder Bankdaten, wie etwa IBAN, anderen Personen an der Haustüre zugänglich zu machen. Diese Informationen könnten dazu benutzt werden, um Kunden ungewollte Verträge unterzujubeln. Laut den Stadtwerken werden keine Verträge an Haustüren angeboten und kein Mitarbeiter müsse Strom- oder Gasrechnungen von Kunden an der Haustür einsehen oder Stromzähler auswechseln.