Was ist los rund um Leonberg?: Die gefühlte Weinhauptstadt der Region

Wenn im Weinberg die Lichter scheinen: In Eltingen wird direkt in den Reben gefeiert.
Simon GranvilleDer Ehrentitel „Weinhauptstadt der Region“ wäre vielleicht doch ein bisschen zu hochgegriffen: Aber die Feststellung, dass Leonberg am Wochenende ganz im Zeichen des Weines steht, darf mit Fug und Recht getroffen werden. Auf den Feinau-Höhen startet am Freitag um 17 Uhr das Wengerterfest. Fast zeitgleich, um 18 Uhr, öffnet ein paar hundert Meter tiefer, in Downtown Eltingen, das Leonberger Weindorf der Familie Illig seine Tore.
Dass die beiden beliebten Genusstermine auf ein Wochenende fallen, ist eher unüblich. Weil die großen Ferien diesmal später beginnen, machen auch die Eltinger Wengerter ihre Stände ein Woche später auf. Die Macher vom Weindorf wiederum wollten mit dem großen Pendant in Stuttgart nicht ins Gehege kommen. Denn bei den Illigs in der Hindenburgstraße wird nicht nur an diesem Wochenende gefeiert, sondern auch an den beiden folgenden. Und danach werden dann schon in der nahen Landesmetropole die Viertele ausgeschenkt.

Der „singende Stadtrat“ Jörg Langer spielt am Samstag im Leonberger
Foto: Simon GranvilleFritz Illig sieht es gelassen: „Das Publikum ist für beide Feste groß genug“, meint der Seniorchef, der mit seiner Frau Elisabeth und Sohn Michael das Betriebsgelände in ein Hüttendorf umfunktioniert hat. Das Weindorf hat immer freitags bis sonntags geöffnet, dann sogar schon um 12 Uhr.
Mit großem Andrang rechnen auch der Wengerterfest-Cheforganisator Albert Kaspari und die Aktiven des Obst-, Garten- und Weinbauvereins, der wie immer die Schirmherrschaft über die Sause mitten in den Weinbergen übernommen hat. Und es sind nicht nur die Weinfreunde aus der Umgebung, die von Freitag bis Montag zur Feinau pilgern. Auch Ines Pfeiffer ist dabei. Die Württembergische Weinprinzessin war im vergangenen Jahr erstmals zu Gast und von der besonderen Atmosphäre gleich so begeistert, dass sie gerne wieder nach Eltingen kommt, wenn Jörg Langer am Freitag zur Eröffnung in die Tasten seines Akkordeons greift.
Der „singende Stadtrat“ ist sozusagen das verbindende Element zwischen Feinau und Weindorf. Denn nach seinem musikalischen Einsatz beim Wengerterfest spielt er am Samstag im Weinhof der Familie Illig. Wer seine Stimmungsschau also gleich zwei mal erleben will: kein Problem!

Attraktion auf dem Weiler Marktplatz: Kepler ganz aus Sand.
Foto: Annette FrühaufAn Strand und Sommer mag an diesen Tagen nicht so recht denken. Und doch gibt es ihn, den Weiler Strandsommer. Auf dem Marktplatz sind nicht nur 200 Tonnen Sand aufgeschüttet und eine Bühne aufgebaut. Optische Attraktion ist Johannes Kepler, ganz aus Sand. Geschaffen hat die filigrane Skulptur der Bildhauer und Maler Yosef Bakir. Doch nicht nur deswegen lohnt sich ein Besuch beim Strandsommer. Programm gibt es jeden Tag, etwa am Freitag ab 18.30 die Danceworld, bei der Mitmachen ausdrücklich erwünscht ist. Am Samstag um 18 Uhr zeigen die Vierbeiner des Hundevereins ihr Können. Und wer immer schon wissen wollte, wie ein Alphorn nicht nur klingt, sondern auch funktioniert, der sollte am Sonntag um 11 Uhr auf den Marktplatz kommen.
Bleiben wir in Weil der Stadt: Beschallung der anderen Art gibt es am Samstag beim Spitt’l live: Um 18.30 Uhr entführt im Spitalhof die Formation Just Friends in Musikwelt der Siebziger und der Achtziger. Das Besondere: Das Trio spielt die Klassiker von den Eagles bis zu den Stones unplugged. Auch nostalgisch, aber deutlich phonstärker geht es im Anschluss bei Friendly Elf zu. Die Band spielt Hits von gestern und heute und verspricht Partyspaß pur. Na, dann kann ja nichts mehr schief gehen.