Wintersport im Kreis Böblingen: Skibasare trotzen Klimawandel und teuren Skipässen

Skisschuhe gefällig? Skibasare sind eine Alternative zum Gang ins Sportgeschäft.
Horst Rudel/Archiv- Mehrere Skibasare im Kreis Böblingen finden am kommenden Wochenende statt.
- Böblingen: DSV-Skibörse am Samstag, Annahme 9–12 Uhr, Verkauf 13–15.30 Uhr.
- Leonberg: Naturfreunde in der Georgii-Halle, Annahme und Verkauf 8.30–13 Uhr mit Beratung.
- Weil im Schönbuch: Gemeindehalle, Annahme Freitag 19–20.30 Uhr, Verkauf Samstag 13–14.45 Uhr.
- Hildrizhausen: Annahme Freitag 18–20 Uhr, Verkauf Samstag 9.30–11.30 Uhr – Fokus auf neuwertiger Ware.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Ein anderer Weg als der ins Sportgeschäft führt zu den Skibasaren, die es auch im Landkreis Böblingen gibt. Sie locken mit der Aussicht auf Schnäppchen. Denn gebrauchte Ware in gutem Zustand ist für viele Käufer durchaus eine Alternative.
Ladenhüter und zerschlissene Ware werden nicht angenommen
Der November ist da und mit ihm die kühleren Temperaturen. Bis in unseren Breiten Schnee fallen könnte, wird es noch dauern. Freunde des weißen Vergnügens allerdings bereiten sich jetzt schon auf die kommende Skisaison vor. Die Ausrüstung will rechtzeitig kontrolliert sein. Familien müssen aufpassen, ob die Kinder den Klamotten und Skischuhen entwachsen und ob die Skier inzwischen nicht zu kurz geworden sind.
Den Auftakt des Skibasar-Reigens hat der Ski-Club Renningen bereits am 23./24. Oktober gemacht. Die weiteren Basare folgen am kommenden Wochenende. Für Samstag, 7. November, lädt die DSV Skischule Böblingen zur Großen Skibörse, Silberweg 18/1, zwischen Paladion und Einfahrt zum Roccadion. Waren werden von 9 bis 12 Uhr angenommen, der Verkauf erfolgt von 13 bis 15.30 Uhr.
Für die Annahme gelten Regeln. Als Alpinskier werden nur Carving-Skier akzeptiert. Wer also seine museumsreifen Uralt-Latten loswerden möchte, ist hier an der falschen Adresse. Skischuhe und Helme sollten nicht älter als fünf Jahre sein. Zumindest für Erwachsenenkleidung gilt, dass nur neuwertige Ware angenommen wird.
Beratung durch geprüfte Skilehrer
Wie bei allen Basaren, stehen bei den Naturfreunden Böblingen/Leonberg ebenfalls am 7. November in der Leonberger Georgii-Halle Sicherheit und Funktionalität der Wintersportartikel an oberster Stelle. Es gibt gebrauchte Skier, Snowboards, Ski- und Snowboardstiefel, Bekleidung, Rückenprotektoren, Skihandschuhe, -stöcke und mehr. Eine Beratung erfolgt durch geprüfte Ski- und Snowboardlehrkräfte. Warenannahme ist von 8.30 bis 11 Uhr, Verkauf von 8.30 bis 13 Uhr.
Eine Fundgrube für Wintersportfans ist zudem der Skibasar in Weil im Schönbuch, der ebenfalls auf den 6. und 7. November fällt. An die 1000 Artikel werden zur Auswahl stehen, kündigt die Ski- und Snowboardschule Schönbuch an. Darunter Skier, Snowboards und alles, was man sonst so zum Skifahren und Snowboarden braucht. Die Warenannahme in der Gemeindehalle ist am Freitag von 19 bis 20.30 Uhr. Der Verkauf findet dann am Samstag zwischen 13 und 14.45 Uhr statt.
Skischuhe mit Mäusekot gehören in den Müll
„Ausrüstung, Beratung, Service, faire Preise“ – mit diesem Vierklang wirbt der TSV Hildrizhausen für seinen Skibasar am 7. November in der Schönbuchhalle. Die Annahme erfolgt bereits am Freitag, von 18 bis 20 Uhr. Gestöbert werden darf dann am Samstag von von 9.30 bis 11.30 Uhr. Indessen richtet der TSV einen Appell an alle, die Ware zum Verkauf anliefern: „Bitte bringt nur saubere, funktionstüchtige und aktuelle Artikel, die den geltenden Sicherheitsnormen entsprechen.“

Nicht mehr lange, dann werden wieder die Skier angeschnallt.
Uwe Lein/dpaDieser Hinweis erfolgt nicht ohne Grund, wie die Schriftführerin des TSV Hildrizhausen, Angelika Forstenhäusler, berichtet. Immer wieder kämen Leute, die ihre ausrangierte Ausrüstung loswerden wollten. Skistiefel, in denen sich der Mäusekot gesammelt habe, gehöre aber in den Müll.
Hat der Skisport in Zeiten des Klimawandels noch Zukunft?
Haben Skibasare überhaupt noch Zulauf in Zeiten grüner Weihnachten? Der Umsatz sei zuletzt zwar rückläufig gewesen, aber in überschaubarem Maß, berichtet Angelika Forstenhäusler. „Wir sind weiterhin zufrieden.“ Zunehmend sei aber festzustellen, dass Kunden ihre Skiausrüstung zum Abgabetermin bringen und dabei erwähnen, dass sie den Wintersport aufgeben möchten. „Der Grund dafür ist meist nicht der ausbleibende Schnee, sondern vielmehr die hohen Kosten für die Skipässe.“ Tagesskipässe in Skigebieten in den Alpen für 70 Euro aufwärts sind inzwischen die Regel.
Die Kunden griffen auf dem Basar verstärkt zu höherwertiger Ware. „Seit Jahren arbeiten wir mit einem Sportgeschäft zusammen, das uns Ware aus der Vorsaison zu günstigeren Preisen liefert. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen und ist aus meiner Sicht ein großer Vorteil für unseren Skibasar.“
Kooperationen mit Sportgeschäften gibt es nicht nur in Hildrizhausen, sondern auch bei anderen Skibasaren im Landkreis: „Den größten Teil unseres Umsatzes erzielen wir mit Neuware und nicht mit der gebrauchten Skiausrüstung, die von Privatkunden zum Verkauf angeliefert wird“, sagt Angelika Forstenhäusler.
Grundsätzlich habe sie den Eindruck, dass Menschen, deren Herz für das Skifahren schlage, auch bereit seien, die Kosten in Kauf zu nehmen. Sie würden dabei zunehmend auf Skigebiete ausweichen, die eine hohe Schneesicherheit bieten – auch wenn sie auf Kunstschnee talwärts fahren.
