Wirtschaft im Kreis Böblingen: „Mit dem Rücken zur Wand“ – Steuerlast bereitet IHK Sorgen

Rund jede sechste Kommune in der Region Stuttgart hebt mittlerweile die Belastung für Unternehmen an.
dpa- IHK kritisiert höhere Gewerbesteuern im Kreis Böblingen – Unternehmen leiden.
- Deckenpfronn, Grafenau, Jettingen und Weil im Schönbuch erhöhen die Hebesätze.
- Laut IHK fehlen Betrieben Investitionsspielräume, die Erholung wird erschwert.
- Rund jede sechste Kommune in der Region Stuttgart erhöht die Belastung für Firmen.
- IHK mahnt: Steuererhöhungen nur als letztes Mittel, Rahmenbedingungen verbessern.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Neben Herrenberg haben vier Kommunen im Landkreis Böblingen ihre Gewerbesteuerhebesätze angehoben: Deckenpfronn, Grafenau, Jettingen und Weil im Schönbuch. Die IHK-Bezirkskammer Böblingen sieht diese Entwicklung mit Sorge, zeigt zugleich aber Verständnis für die schwierige finanzielle Situation vieler Städte und Gemeinden.
„Viele Kommunen stehen unter erheblichem finanziellem Druck und müssen ihre Haushalte konsolidieren. Gleichzeitig kämpfen zahlreiche Unternehmen mit hohen Kosten, zunehmender Bürokratie und einer anhaltend schwierigen Wirtschaftslage“, so beschreibt der IHK-Bezirkskammerpräsident Andreas Weeber die Lage. „Gemeinden und viele Unternehmen stehen derzeit gleichermaßen mit dem Rücken zur Wand“, wird Weeber in einer Pressemitteilung zitiert.
Wirtschaftliche Erholung von Firmen wird erschwert
Aus Sicht der IHK treffen die Steuererhöhungen viele Betriebe in einer Phase, in der Investitionen häufig zurückgestellt und finanzielle Spielräume immer kleiner werden. Zusätzliche Belastungen könnten die wirtschaftliche Erholung weiter erschweren.
Die Entwicklung im Landkreis Böblingen sei Teil eines regionalen Trends. Insgesamt hätten 28 der 179 Kommunen in der Region Stuttgart ihren Gewerbesteuerhebesatz von 2025 auf 2026 erhöht. Damit hebe mittlerweile rund jede sechste Kommune die Belastung für Unternehmen an.
Unternehmen brauchen Luft für Investitionen
„Wir wissen, dass viele Kommunen nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten haben. Dennoch sollten Steuererhöhungen stets das letzte Mittel sein“, betont Weeber. „Gerade jetzt brauchen die Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen und Luft für Investitionen, Innovationen und Beschäftigung.“
Die IHK-Bezirkskammer appelliert daher an alle politischen Ebenen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und die kommunalen Finanzen nachhaltig zu stabilisieren. „Kommunen und Unternehmen sind aufeinander angewiesen. Nur mit einer starken Wirtschaft können langfristig auch die kommunalen Einnahmen gesichert werden“, so Weeber.
