Wirtschaftsauszeichnung: Sindelfinger Bäcker erhält den Sindolf

Preisträger und Sponsoren (von links): Alessandro Pianu, Jörg Niethammer, Tom Lachenmaier, Felix Rapp, Markus Linha, Holger Müller, Michael Georgii, Sara Gielen, Alexander Schlenstedt und Markus Kleemann.
WSG / Marco KirrIn der neuen Markthallein Sindelfingen kann man ihm bei seiner täglichen Arbeit über die Schulter schauen. Jetzt erhielt Holger Müller, Gründer von „Einfach Brot“, ob der Erfolgsgeschichte seines Unternehmens die diesjährige Auszeichnung Sindolf in der Kategorie „Gründerinnen und Gründer“ – und das dazugehörige Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. „Das passt gut, denn ich muss bei meiner Knetmaschine investieren“, sagte der Sieger bei der Preisverleihung am Donnerstag. Er setze auf hochwertiges Handwerk. Sein hefefreies Brot komme ohne chemische Hilfsmittel aus, der Teig dürfe lange reifen, sagt er.
Gleich drei Auszeichnungen und je 1000 Euro Preisgeld wurden in der Sparte „Junge Talente“ vergeben. Jörg Niethammer von der Volksbank freute sich, dass mit diesem Preis frische Ideen und neue Wege zur Förderung von Wirtschaft und Menschen unterstützt würden. Den ersten Preis erhielt Tom Lachenmaier von der Sanitärfirma Mundle, der seine Ausbildung mit Auszeichnung absolviert hatte. Über den zweiten Preis freute sich Alessandro Pianu, der seine Ausbildung zum Haarstylisten mit verkürzter Ausbildungszeit und als Kammersieger beendet hatte. Den dritten Preis bekam Alexander Schlenstedt vom Marriott-Hotel. Alle drei betonten, dass sie ihren Traumberuf gewählt hätten, der ihnen jeden Tag neue Chancen und Herausforderungen böte und dass es ihnen viel Freude bereite, andere Menschen glücklich zu machen.
Mercedes-Benz will Preisgeld spenden
Den Sindolf als „Unternehmer des Jahres“, dotiert mit 1000 Euro, erhielt Michael Georgii von der Firma Zweigart und Sawitzki, die seit 1877 in der Produktion von hochwertigen Handarbeitsstoffen, Dekostoffen und technischen Geweben zur Spitzenklasse zählt. Georgii: „Made in Germany ist dabei unsere Philosophie. Alle hochwertigen und pflegeleichten Stoffe werden ausschließlich an unserem Firmensitz von 100 Mitarbeitern/innen in Deutschland gefertigt. Wir exportieren von hier aus in über 70 Länder der Welt.“

Mehr als 200 Gästen kamen zur Verleihung des Sindolf.
Foto: WSG / Marco KirrEin weiterer Preis samt 1000 Euro Preisgeld wurde in der Kategorie „Made in Sindelfingen“ an das Sindelfinger Werk der Mercedes-Benz AG vergeben. Sindelfingens OB Kleemann betonte, dass die Autofirma seit 110 Jahren Teil der DNA der Stadt sei. Werksleiterin Sara Gielen freute sich über die Auszeichnung: „Wir bieten 35 000 Menschen Arbeit. Stolz sind wir auch darauf, dass in der Factory 56 nach zukunftsfähigen, umweltfreundlichen Standards produziert wird, insbesondere, was den Verbrauch von Wasser und Energie, die wir fast ausschließlich selbst erzeugen, angeht.“ Das Preisgeld soll einem sozialen Zweck zugute kommen.
Wer zu den Gewinnern des Wirtschaftspreises Sindolf gehört, darf bei der nächsten Prämierung Gastgeber sein. Daher fand die Verleihung in diesem Jahr in den Räumen der Firma Bitzer-Kühlmaschinenbau statt. CEO Christian Wehrle begrüßte über 200 Gäste.
Eine Region der Gründer
Gleichzeitig hatte OB Markus Kleemann als Vorsitzender der Jury Gelegenheit, Sindelfingen als eine offene Stadt für junge Gründer und traditionsreiche Konzerne vorzustellen. „In Sindelfingen, Maichingen und Darmsheim haben wir viele leistungsfähige und zukunftsorientierte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Nachwuchskräfte“, sagte der OB. „Unsere Stadt ist ein zentraler und innovativer Standort inmitten einer der wirtschaftsstärksten Metropolregionen Europas.“ Mit dem „Sindolf“ wolle man das Engagement von Menschen, die ihn prägen, würdigen.
Zu den Gästen zählte auch Karl Peter Hoffmann. „Als Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen bin ich eng mit dem Wirtschafts- und Gesellschaftsleben der Region verbunden. Da Sindelfingen und die Region zu den wirtschaftsstärksten und Innovationsreichsten Standorten sowohl in Baden-Württemberg als auch in Deutschland gehören, freut es mich besonders, dass gerade diese Bandbreite an unternehmerischen Aktivitäten mit dem Wirtschaftspreis Sindolf ausgezeichnet wird.“ Es sei charakteristisch für die deutsche Wirtschaft, dass hier sowohl ein Bäckerei-Neugründer prämiert werde sowie mit Zweigart und Sawitzki ein mittelständischer Weltmarktführer. „Auch das Bekenntnis zum Mercedes-Werk ist bemerkenswert, denn dieser hochmoderne Produktions- und Entwicklungsstandort trägt zum guten Ruf unserer Region bei und sichert auch tausenden Familien ihre Existenz“, so Hoffmann.
Sindolf – ein Ur-Sindelfinger und ein Wirtschaftspreis
Geschichte
Sindolf war der Anführer einer alemannischen Siedlergruppe. Historische Grabbeigaben lassen darauf schließen, dass im Gebiet der Stadt Sindelfingen immer schon eine wohlhabende Oberschicht lebte.
Der Preis
Die Stadt Sindelfingen und die Wirtschaftsförderung verleihen den „Sindolf“ seit 2023. Die Zeremonie wird im Rahmen des Unternehmertreffs vollzogen. Dieser findet traditionell im November statt und wird an wechselnden Orten veranstaltet. Der Termin für nächstes Jahr steht bereits fest: Der Unternehmertreff findet am 26. November 2026 statt. Zu den Sponsoren des Preises gehören die Volksbank und die Kreissparkasse.