Am Kronenhof in Esslingen
: Was nach dem Abriss der Brandruine entstehen soll

Dass die Brandruine Am Kronenhof nach der schrecklichen Tat vom November 2024 verkauft werden soll, war klar. Nun heißt es: Der Abriss kommt, etwas Neues entsteht.
Von
Sascha Maier
Stuttgart

Der Abriss der Brandruine ist nun wohl beschlossene Sache. (Archivbild)

Ines Rudel

Die Brandruine am Kronenhof soll etwas neuem weichen. Wie der Branchennewsletter „Immobilienbrief Stuttgart“ erfuhr, hat Hausbesitzer Rolf Seufferle, der Vater des im November 2024 durch einen Mieter erschossenen Luca S., das Gebäude, das jener Mieter außerdem niedergebrannt hatte, an einen namentlich nicht genannten Bauträger verkauft. Demnach soll das Gebäude abgerissen werden, „eine Neubebauung mit Eigentumswohnungen und einer Gewerbeeinheit entstehen.“

Das deckt sich mit den Plänen, die Seufferle unserer Zeitung gegenüber einmal erwähnt hatte. Er selbst lebt inzwischen in einer Mietwohnung in Esslingen, meidet den Ort, an dem sein Sohn vor fast einem Jahr starb.

Zeitplan noch nicht bekannt

Wann die Bagger anrollen und ob die geplante Nutzung so genehmigt ist, konnte die Verwaltung auf eine kurzfristige Anfrage am Dienstag noch nicht beantworten. Was im Newsletter beschrieben wird, wäre allerdings eine ganz ähnliche Nutzung wie zuvor, als Vater Seufferle, Luca S. und dessen Verlobte und der Mieter das Haus über einer Bäckerei im Erdgeschoss bewohnten.

In den frühen Morgenstunden des 14. November 2024 erschoss der damals 61-jährige Mieter Luca S., legte Feuer und richtete nach Polizeiangaben eine seiner selbstgebastelten Waffen im Anschluss gegen sich selbst. Das Umfeld der Familie warf den Behörden vor, Warnungen im Vorfeld nicht ernst genug genommen zu haben, da der Mieter Morddrohungen ausgesprochen und mit seinen Schussgeräten geprahlt habe, wovon die Ermittler in Kenntnis gesetzt worden seien.

Kritik an Prüfbericht

Eine Prüfung der Staatsanwaltschaft Heilbronn, die den Fall aus Neutralitätsgründen untersucht hatte, kam zu dem Ergebnis, dass die Polizei sich nichts vorzuwerfen habe. Seufferle nannte den Prüfbericht daraufhin einen „Versuch der Verschleierung“. Kritik am Ergebnis der Prüfung übte auch der Waffenexperte Lars Winkelsdorf.

Seiner Auffassung nach hätten die Ermittler aufgrund einer Zeugenbeschreibung der Waffen davon ausgehen müssen, dass es sich um sogenannte Schießkugelschreiber oder vergleichbare Geräte handeln könnte, die auf kurze Distanzen tödliche Wirkung entfalten. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass die Zeugenaussage alleine keine sicheren Rückschlüsse darauf zugelassen habe, dass tatsächlich von funktionstüchtigen Waffen auszugehen war.

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