Arbeit im Kreis Esslingen
: Agenturchefin: „Zuletzt hatten wir im Jahr 2010 so wenige Arbeitsstellen“

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Esslingen ist schwierig. Die Arbeitslosigkeit steigt, das Jobangebot ist gering. Besonders Arbeitslose aus der Industrie haben es schwer.
Von
Greta Gramberg
Esslingen
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Die Situation am Arbeitsmarkt im Kreis Esslingen ist Anfang 2026 angespannt. (Symbolfoto)

dpa

Die Wirtschaft und die Unternehmen sind unter Druck – das zeigt sich nun auch zunehmend in den Arbeitsmarktzahlen im Kreis Esslingen. „Das neue Jahr startet mit einem kräftigen Plus bei der Arbeitslosigkeit und einem weiteren Rückgang bei den Arbeitsstellen hin zu einem sehr niedrigen Niveau. Zuletzt hatten wir im Jahr 2010 so wenige Arbeitsstellen für unsere Vermittlungsarbeit im Angebot wie jetzt“, konstatiert Karin Käppel, die Leiterin der zuständigen Agentur für Arbeit Göppingen.

Die Arbeitslosenquote im Landkreis betrug zuletzt 4,8 Prozent. Laut Statistik waren im Januar 14 851 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 6,5 Prozent mehr als im Dezember und 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen noch 18 300 Personen in Unterbeschäftigung – darunter fallen Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Sprachkursen oder kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit beispielsweise durch eine Erkrankung.

Gerade Arbeitnehmer, die ihren Job in der Industrie verlieren, haben es bei der Suche nach einer neuen Stelle im gleichen Segment nicht so leicht, weil in diesem Bereich derzeit vermehrt entlassen werde, sagt Käppel. Der Blick auf die Statistik zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, die allerdings bislang nur bis Juni 2025 reicht, zeigt, dass gerade im Verarbeitenden Gewerbe der Rückgang stark ist, besonders in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie.

Arbeitslose aus der Industrie: Karrierewechsel in andere Branchen möglich

Eine ähnliche Entwicklung gibt es beim Thema Kurzarbeit – auch hier liegen allerdings nur mit einem halben Jahr Zeitverzug belastbare Zahlen vor. Nach Eindruck der Agentur für Arbeit steigt das Interesse seitens der Unternehmen, wobei vor allem Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe, insbesondere der Herstellung von Metall- und Elektroerzeugnissen, Kurzarbeit anzeigen. „Es gibt aber auch Branchen, in denen die Kurzarbeit aktuell nicht verstärkt nachgefragt wird, wie in der Pflege und Erziehung, dem Gastgewerbe oder dem Handwerk.“

„Eine Beschäftigung ist eher in anderen Bereichen realisierbar, in denen Personal gesucht wird“, sagt Käppel mit Blick auf Arbeitslose aus der Industrie. „Das erfordert aber Flexibilität und Mut, und zwar auf der Seite der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. Und oft braucht es auch eine berufliche Qualifizierung.“ Die Agentur für Arbeit unterstütze bei der alternativen Berufsplanung. Ein Beispiel seien Jobmessen. Die nächste finde am 16. April in Esslingen statt. „Fast 30 Betriebe haben sich dafür schon angemeldet. Chancen auf Arbeit sind also immer noch da. Sie gilt es zu ergreifen“, sagt Käppel.

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