Arbeitsmarkt im Kreis Esslingen: Nachfrage nach Arbeitskräften geht zurück

Die Agentur für Arbeit hat in ihrer Statistik einen Anstieg der Arbeitslosigkeit registriert.
dpa//Hauke-Christian DittrichDie Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Monaten auch im Kreis Esslingen angestiegen, auch zum Jahreswechsel wieder. Das zeigt die Statistik der Agentur für Arbeit. Dieser zufolge waren zuletzt 13 454 Menschen arbeitslos gemeldet – 9,6 Prozent mehr als noch im Dezember 2024 und 9,9 Prozent mehr als im Januar vor einem Jahr. Der Anstieg ist stärker am im Schnitt von Baden-Württemberg. Die zuständige Arbeitsagentur Göppingen macht zum einen saisonale Gründe verantwortlich, da zum Jahresende Verträge ausliefen oder Kündigungen wirksam würden. „Wir sehen aber auch, dass die aktuelle Entwicklung und strukturelle Probleme Spuren auf dem regionalen Arbeitsmarkt hinterlassen“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Behörde.
Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 4,3 Prozent – so hoch war sie zuletzt 2021. Darüber hinaus ist die Dynamik geringer: Die Zahl der Menschen, die ihre Stelle verloren haben, ist gestiegen, die jener, die einen neuen Job haben und aus der Arbeitslosigkeit herausgekommen sind, gesunken. Der gestiegenen Zahl an Arbeitslosen steht ein geringeres Stellenangebot gegenüber.

Karin Käppel
Foto: Roberto BulgrinEine Entwicklung, die die Agentur für Arbeit schon aus den Zahlen für das Jahr 2024 ablesen kann, obwohl sich die gesamtwirtschaftliche Situation noch nicht so stark ausgedrückt habe, wie es hätte erwartet werden können, so Käppel. „Der Arbeitsmarkt zeigte sich trotz der Einflüsse und Belastungen noch relativ stabil.“ Demnach ist die beim Arbeitgeber-Service gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern spürbar zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote lag im Schnitt bei vier Prozent.
In der Industrie geht die Beschäftigung zurück
Das Interesse der Betriebe an Beratung zum Kurzarbeitergeld ist gestiegen. „Vor allem Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe, insbesondere der Herstellung von Metall- und Elektroerzeugnissen, zeigen Kurzarbeit an“, schreibt die Agentur für Arbeit. Es gebe aber auch Branchen, in denen die Kurzarbeit aktuell keine Rolle spiele, wie in der Pflege und Erziehung, dem Gastgewerbe oder dem Handwerk.
Unterschiede zeichnen sich auch in der Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ab. Für diese liegen Zahlen bis Juni 2024 vor. Damals ist die Beschäftigung besonders in Metall-, Elektro- und Stahlindustrie sowie im verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung gesunken. Während sie unter anderem in der öffentlichen Verwaltung angestiegen ist.