Arbeitsplätze in Aichtal
: IG Metall: Putzmeister will Stellen abbauen

Putzmeister will anscheinend nur ein Jahr nach einem Abbauprogramm erneut Stellen streichen, diesmal in Aichtal (Kreis Esslingen). Harsche Kritik kommt von IG Metall und Betriebsrat.
Von
Greta Gramberg
Esslingen
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Putzmeister will am Standort Aichtal offenbar Stellen streichen. (Archivfoto)

Matthias Schiermeyer

Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass Putzmeister die Schließung zweier deutscher Werke angekündigt hatte. Nun will der Betonpumpenspezialist offenbar erneut Stellen abbauen – diesmal am Stammsitz in Aichtal (Kreis Esslingen). Das macht die Gewerkschaft IG Metall in einer Pressemitteilung am Montag öffentlich. Die Mitarbeitenden waren demnach in der Vorwoche von der Geschäftsführung informiert worden. Das Unternehmen selbst hat die Pläne am Abend bestätigt.

„Das Management hat uns am Freitag über die geplanten Maßnahmen informiert – ohne belastbare Zukunftsperspektive für den Standort Aichtal“, wird darin Jörg Löffler, Betriebsratsvorsitzender bei Putzmeister, zitiert. IG Metall und Betriebsrat verurteilten die Entscheidung scharf, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Statt Verantwortung zu übernehmen, setzt man auf Kahlschlag.“

Erst im Vorjahr sind 280 Stellen bei Putzmeister abgebaut worden

IG-Metall-Bevollmächtigter Alessandro Lieb (links) und Betriebsratsvorsitzender Jörg Löffler bei Putzmeister. (Archivfoto)

Foto: Schiermeyer

Die Arbeitnehmervertreter verweisen darauf, dass erst im Vorjahr 280 Stellen abgebaut wurden. Nach Einschätzung von Gewerkschaft und Betriebsrat aber ohne erkennbare positive Wirkung auf die Unternehmensentwicklung.

Den weiteren Ausführungen in der Mitteilung zufolge begründete das Management den erneuten geplanten Stellenabbau mit der wirtschaftlichen Flaute und globalem Kostendruck. Doch für die Arbeitnehmervertretung sei klar: Hier werde auf dem Rücken der Beschäftigten gespart, ohne strategische Weitsicht. „Das ist ein Spiel mit Existenzen“, sagt Alessandro Lieb, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Esslingen. „Wer Standorte schließt und Arbeitsplätze vernichtet, ohne echte Alternativen aufzuzeigen, handelt nicht unternehmerisch – sondern verantwortungslos.“

Betriebsrat: Stimmung unter Putzmeister-Mitarbeitern gedrückt

Die IG Metall und der Betriebsrat wollen eigenen Angaben zufolge nun mit den Beschäftigten ins Gespräch gehen und mögliche Gegenstrategien entwickeln. „Wenn es zu Verhandlungen kommt, dann nur auf Basis von Transparenz und echter Lösungsorientierung“, so Lieb weiter. „Wir lassen uns nicht erneut auf einseitige Vorgaben ein – wie im vergangenen Jahr bei der Einigungsstelle.“

Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Jörg Löffler ist die Stimmung im Betrieb sehr gedrückt. „Man hat damit gerechnet dass irgendwas kommt, aber die Anzahl war schon überraschend“, sagt er und verweist darauf, dass es bei Putzmeister in den vergangenen Monaten Kurzarbeit gegeben habe.

Der Betriebsrat gehe nun auch in die Gespräche mit der Geschäftsführung. Dafür habe man sich einen Rechtsbeistand gesichert und gewerkschaftliche Beratung.

StZ Kreis Esslingen
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