BDSM-Flohmarkt in Filderstadt: „Spiel mit der Lust“ – Wer rein will, muss volljährig sein

Erinnerungen an einen der früheren BDSM-Flohmärkte im LKA Club Longhorn.
MottnicEin Flohmarkt in einem Club, in dem sonst üblicherweise die Nachtschwärmer bis in die Puppen feiern und tanzen: Das ist kein üblicher Flohmarkt, in dem Klamotten, Hausrat, Bücher, Schallplatten und CDs zu günstigen Preisen verscherbelt werden. Und wenn die Veranstalter selbst dazu mit Begriffen wie „kinky“, „Fetisch“ oder „BDSM“ werben, spätestens dann ist klar: Das ist etwas für Menschen, die zumindest mal volljährig sein müssen.

Auch solche Dinge können bei einem BDSM-Flohmarkt erworben werden.
Foto: MottnicSolch ein Flohmarkt ist an diesem Samstag im Filderstädter Club Hotspot in der Filderstädter Straße 115, und zwar zu so bürgerlichen Zeiten wie zwischen 14 und 18 Uhr. Der Veranstalter heißt Mottnic. Und wer sich etwas in dieser Szene auskennt, bei dem müsste es jetzt klingeln: Mottnic ist ein Veranstalter, der schon sehr viele solcher Flohmärkte organisiert hat, dazu auch diverse Parties unter dem Logo „Skandalöös“ und andere Veranstaltungen, die bis in die Morgenstunden gingen. Das erklärt zumindest eine junge Frau namens Motte am Telefon, die bürgerlichen Namen sind in dieser Szene nicht angezeigt.
Die Spielregeln gelten noch
Und da waren sie vor allem in Stuttgarter Clubs unterwegs: „Bis zu Corona waren wir regelmäßig im Climax. Oder auch mal im LKA Club Longhorn“, so Motte von Mottnic. Doch mit und nach Corona habe sich vieles geändert. Inzwischen würde es sehr viele derartiger Veranstaltungen geben. Die würden sich aber nicht mehr an die Spielregeln von einst halten, die wohl einmal eingerichtet wurden, dass diese Dinge im intimen Bereich des Menschen nicht aus dem Ruder laufen. Mottnic aber sei dem aber nach wie vor verpflichtet, so Motte. Deshalb auch diese Veranstaltung in Filderstadt.
Mehr als ein Dutzend Aussteller
„Es ist gar nicht so leicht, am Wochenende einen Club zu finden für so eine Veranstaltung“, so Motte. Mit dem Hotspot haben sie gute Erfahrungen gemacht. Und die verkehrsgünstige Lage mag da auch eine Rolle spielen: Etliche Besucher würden auch etwa aus Bayern kommen. Die schätzen eben offensichtlich, dass es hier handverlesen zugeht: „Wir machen das auch deshalb, weil bei uns immer wieder Anfragen aus dieser Szene eingehen, ob wir nicht mal wieder so was machen können. Und dazu haben wir jetzt etwas mehr als ein Dutzend Aussteller“, so Motte. „das ist eine gute Mischung aus Profis und privaten Ausstellern. Die Standmiete ist auch nicht hoch, damit machen wir keinen Gewinn“. Dazu werden 100 bis 150 Besucher erwartet. Und wer rein will, muss zuvor am Eingang mit seinem Pass dokumentieren, dass er volljährig ist.
Und ja, Kleidung kann dort auch erworben werden. Die ist dann aber schon eher für solch einen etwas spezielleren Rahmen. Und wer sich dann vor Ort darauf einlässt, entdeckt da vielerlei größere und kleinere Dinge. Deren Sinn und Zweck mag sich vielleicht nicht jedem gleich erschließen. Aber dazu sind auch einige hilfreiche Geister vom Veranstalter vor Ort, die auch sonst darauf achten, dass dies vor allem zum Vergnügen aller Anwesenden stattfindet.
Feuershow und Peitschenpräsentation
Im Gespräch mit Motte zeigt sich, dass es hier vor allem um das Spiel mit der Lust, um das „als ob“ geht. Das sollen auch die zwei Veranstaltungen an diesem Nachmittag verdeutlichen: Zum einen eine Feuershow, zum anderen eine Präsentation von Hiebspiel. Im Internet bieten die vor allem so genannte Flogger an, also Peitschen mit weichen Riemen etwa aus Lamm- oder Kalbfell.