Brand in Lichtenwald
: Familienvater behält Nerven und verhindert Explosion

Durch sein umsichtiges Verhalten hat ein Helfer vor Ort vom DRK-Baltmannsweiler bei einem Einsatz, bei dem sein Einsatzfahrzeug in Flammen aufging, ein Unglück verhindern können.
Von
Corinna Meinke
Esslingen
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Die Feuerwehrleute aus Lichtenwald haben vergangene Woche das brennende Fahrzeug löschen können.

privat

Nach dem Brand vergangene Woche an dem Fahrzeug der Helfer vor Ort des DRK-Ortsvereins Baltmannsweiler sind die Sorgen groß. Unklar ist, wie ein neues Fahrzeug finanziert werden soll. Nun hat das DRK einen Spendenaufruf gestartet und der Fahrer gibt Einblicke, wie er das Unglück erlebt hat.

Auf dem Weg zu einem medizinischen Notfall in Lichtenwald habe er gerade eingeparkt, als er Flammen zwischen Motorhaube und Frontscheibe gesehen habe, erinnert sich Sven Kohls. Der ehrenamtliche Ersthelfer habe den Wagen noch mal gestartet, um zum Schutz der Gebäude und der Hecke vom Straßenrand in die Straßenmitte zu rangieren – dann sei alles ganz schnell gegangen.

Die Flammen ließen sich nicht so leicht bekämpfen

Er habe versucht, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen, doch kurz darauf seien neue und stärkere Flammen entstanden. Er habe noch schnell den Kofferraum geöffnet, um den Notfallrucksack und das Funkgerät in Sicherheit zu bringen, „da tat es vorne mehrere Schläge“. Der Brand habe sich in kürzester Zeit auf das Fahrzeug ausgedehnt und dieses hohe Tempo habe ihn völlig überrascht.

Vor allem die beiden Sauerstoffflaschen sollten noch raus, das war für den erfahrenen Retter, der sich außerdem bei der freiwilligen Feuerwehr Lichtenwald engagiert, das Wichtigste.

„Bei einer Explosion der Flaschen hätte das Ganze eine andere Dimension gehabt“, sagt Kohls rückblickend. Er habe versucht einen kühlen Kopf zu bewahren, „das hat man ein bisschen im Blut“, antwortet der 39-jährige Familienvater auf die Frage, wie er es angesichts der Flammen geschafft hat, so umsichtig zu reagieren.

Hilfe kommt von den Kollegen aus Schorndorf

Seine privaten Sachen wie Geldbeutel, Papiere und Schlüssel habe er aber nicht mehr aus dem brennenden Wagen holen können, das wäre zu gefährlich gewesen. „Tragisch war, dass ich nicht helfen konnte“, sagt er mit Blick auf den medizinischen Notfall und er sei froh gewesen, dass der Rettungswagen vom DRK Schorndorf schnell eintraf.

Das Einsatzfahrzeug ging komplett in Flammen auf.

Foto: privat

Auch die Kameraden der Lichtenwalder Wehr eilten schnell zur Hilfe und es gelang ihnen, das brennende Fahrzeug mit Wasser zu löschen. Für Kohls kam der Brand völlig überraschend. Auf der Fahrt zum Einsatz habe er keine Fehlermeldung erhalten: „Alles war wie immer“, erinnert er sich.

Das Fahrzeug hat einen Hybridantrieb

Kohls betrachtet es als Glück im Unglück, dass das Feuer nicht im Magazin ausgebrochen ist, da wäre sonst alles noch viel schlimmer ausgegangen, vermutet er. Auch ein Brand zuhause hätte womöglich weitergehende Auswirkungen gehabt, denn er habe das Fahrzeug immer dort vor dem Mehrfamilienhaus geparkt, wo mehrere Balkons ganz in der Nähe seien.

Weil es sich um ein Fahrzeug mit Hybridantrieb handelte, habe der Abschleppdienst den Wagen mit einem Container abgeholt und ihn vorsichtshalber auf diese Weise auch noch einige Tage gelagert.

Für den DRK-Ortsverein Baltmannsweiler ist der Totalschaden in Höhe von schätzungsweise 55 000 Euro ein herber Schlag, denn für die Anschaffung des über Spenden finanzierten erst vier Jahre alten Fahrzeugs habe man große Anstrengungen unternommen, erklärte Martin Kuhn, der Vorsitzende des Ortsvereins.

Nun müsse man wieder von vorne mit dem Spendensammeln beginnen, da warte viel Arbeit auf ihn und sein Team. Und da die Autopreise inzwischen gestiegen seien, rechnet Kuhn mit Mehrkosten von 15 bis 20 Prozent. Zunächst sei es aber wichtig, den Restwert des Fahrzeugs, das vollkaskoversichert ist, zu ermitteln. Dazu müsse er nun alle Rechnungen für die Zusatzausstattung vom Funkgerät über die Navigation, das Sondersignal bis zum eingebauten Materialregal und dem Ladegerät zusammentragen.

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