Einsparungen auch in Esslingen: IG Metall kritisiert Vorgehen von Eberspächer

Eberspächer schließt Personalabbau am Firmensitz in Esslingen nicht kategorisch aus.
Roberto BulgrinDer Automobilzulieferer Eberspächer will die Personalkosten senken. Wie die Einsparungen am Hauptsitz in Esslingen aussehen sollen, ist indes weiterhin unklar. Nach Angaben des Unternehmens gab es bislang zwei Gespräche mit dem Betriebsrat und der zuständigen Gewerkschaft IG Metall. Verhandlungen hätten jedoch noch nicht begonnen.
Die IG Metall hatte Eberspächer im Januar vorgeworfen, flächentarifvertragliche Regelungen in Frage zu stellen. Beschäftigte in Esslingen sollten auf Entgelt verzichten, hieß es damals. An dem Standort arbeiten rund 1000 Angestellte. Derzeit berate sich die Gewerkschaft mit ihren Mitgliedern, sagt Alessandro Lieb, der erste Bevollmächtigte der Esslinger IG Metall. Er fügt hinzu: „Wir werden prüfen, inwieweit das Unternehmen zu ‚echten’ Verhandlungen bereit ist.“ Aktuell stünden von Seiten des Arbeitgebers Maximalforderungen im Raum.
Eberspächer will Werke schließen
Lieb kritisiert außerdem den Umgang Eberspächers mit anderen Standorten. Das Unternehmen hatte die Beschäftigten im pfälzischen Herxheim bereits im Dezember informiert, dass es das dortige Produktionswerk schließen will. Auch im thüringischen Hermsdorf wird Eberspächer die Produktion laut Pressesprecherin Anja Kaufer bis Ende Juli einstellen, sollte sich die wirtschaftliche Lage nicht kurzfristig verbessern. Insgesamt sind an beiden Orten rund 320 Mitarbeitende betroffen. „Das ist definitiv keine vertrauensbildende Maßnahme für unsere Gespräche“, sagt Lieb zu dem Vorgehen.
Der Gewerkschafter stellt klar, dass es Gegenleistungen bedürfe, wenn die Beschäftigten in Esslingen Zugeständnisse machen sollen. Für den Standort fordert er „ein klares und verlässliches Zielbild“. Personalabbau sei auch in Esslingen bislang nicht kategorisch ausgeschlossen worden.
Kaufer verweist allerdings darauf, dass Eberspächer diesen Schritt vermeiden wolle. Als Grund für die Einsparungen nennt sie ein verändertes Marktumfeld. Vor allem die geplanten Werkschließungen in Herxheim und Hermsdorf hätten damit zu tun, dass die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland und Europa eingebrochen sei.