Esslinger Bahnhofsvorplatz: Kleine Schritte auf dem langen Weg zur attraktiveren Stadt

Gerade in der kalten Jahreszeit bietet der Bahnhofsvorplatz kein einladendes Bild.
Roberto BulgrinSeit vielen Jahren versuchen Planer, den Esslinger Bahnhofsvorplatz attraktiver zu gestalten. Viel Geld und Hirnschmalz hat die Stadt investiert, doch so richtig glücklich ist bis heute niemand mit diesem zentralen Entree zur Innenstadt. Der Hinweis, dass die Aufgabe komplex ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Doch gerade deshalb könnten kleinformatigere Verbesserungen viel bewirken. Manchmal genügt eine pfiffige Idee, um einen Akzent zu setzen.
Ein Blick unter den Bahnhofsvorplatz zeigt, dass tiefschürfende Korrekturen schwierig sind. Doch man darf sich fragen, ob man wirklich schweres Gerät auffahren muss, um Ideen aus einem Schülerwettbewerb umzusetzen. Und wenn der eine oder andere Schüler doch mal den ganz großen Wurf vorschlagen würde, kann es auch eine wichtige Erfahrung sein, zu sehen, dass nicht alles, was wünschenswert sein mag, auch problemlos realisierbar ist. Vielleicht geht’s manchmal auch eine Nummer kleiner.
Esslinger Bahnhofsvorplatz: Der große Wurf lässt häufig auf sich warten

Noch gibt es viel zu tun am Bahnhofsvorplatz.
Foto: Roberto BulgrinBisweilen neigt man in Esslingen dazu, auf große Lösungen zu warten, die am Ende (viel zu) lange auf sich warten lassen, anstatt erst mal kleine Schritte zu gehen. Gut möglich, dass viele kleine Ideen ähnlich viel bewirken können wie ein großer Wurf – vor allem dann, wenn er am Ende gar nicht realisiert wird, weil es am nötigen Geld oder am Personal im Rathaus fehlt. Besser wird das kaum, wenn die Stadt in den nächsten Jahren rund 200 Stellen kürzt.
Wer sich in anderen Städten umschaut, wird feststellen, dass es viele Möglichkeiten gibt, kleine, aber liebenswerte Akzente im Stadtbild zu setzen. Und wenn einer erst mal angefangen hat, ziehen andere im besten Fall nach. Es gibt viele Möglichkeiten, Esslingen attraktiver zu gestalten. Dazu braucht es Menschen, die sich mit Herzblut für ihre Stadt einsetzen und sie von ihrer besten Seite zeigen wollen. Es braucht Freiräume und Ermunterung, um Neues umzusetzen und nicht durch bürokratische Einschränkungen zu ersticken. Und es braucht gute Ideen – auch solche aus einem Schülerwettbewerb.