Esslinger Klinikum: Explosiver Fund in Krankenhausapotheke löst Großeinsatz aus

Wegen Gefahrstoffen war die Feuerwehr am Klinikum in Esslingen im Einsatz. (Symbolfoto)
Julian Stratenschulte/dpa- Großeinsatz in Esslingen: In der Krankenhausapotheke wurden explosive Chemikalien entdeckt.
- Polizei, Feuerwehr und Sprengmittelräumdienst rückten an – Gefahr für Patienten bestand nicht.
- Zwei alte Reagenzien mit Explosivstoff lagen seit etwa 15 Jahren ungenutzt in der Apotheke.
- Die Substanz war in der Histologie genutzt, wird aber nicht mehr angewandt und wurde entsorgt.
- Anlass war eine interne Bestandsprüfung nach Berichten über ähnliche Funde in Kliniken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wegen explosiver Gefahrstoffe hat es am Donnerstag einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungskräften und Polizei am Klinikum Esslingen gegeben. „Weil es zuletzt mehrere Meldungen über vergessene und gefährliche Chemikalien in Krankenhausapotheken gab, hat unser Team die eigenen Altbestände überprüft“, sagt Anja Dietze, die Pressesprecherin des Klinikums.
Wegen eines alten Restes Pikrinsäure musste zum Beispiel am 13. August der Sprengmittelräumdienst in die Helios-Klinik in Rottweil ausrücken – darüber berichtete die die ARD in der Tagesschau sogar bundesweit.

In der Helios-Klinik Rottweil rückten am 13. August der Kampfmittelräumdienst und die Feuerwehr an, um einen möglicherweise explosiven Gefahrenstoff zu beseitigen. Foto: Silas Stein/dpa
Silas Stein/dpaAuch in der Esslinger Krankenhausapotheke wurden die Pharmazeuten fündig. Das große Aufgebot von Polizei, Feuerwehr und Sprengmittelräumdienst sorgte im Klinikum an der Hirschlandstraße zwar für Aufsehen. „Eine Gefahr für Patienten oder Personal bestand aber zu keiner Zeit.“
Gefahrstoffe in Esslingen wurden seit 15 Jahren nicht mehr benutzt
Bei der gezielten Suche in der Esslinger Krankenhausapotheke tauchten zwei Reagenzien mit explosiven Gefahrstoffen auf, die seit circa 15 Jahren nicht mehr benutzt worden waren. „Die Laborreagenz wurde in der Diagnostik eingesetzt“, sagt Anja Dietze. Dieses Verfahren wurde in der Histologie eingesetzt, um Tumore oder Entzündungen zu diagnostizieren: „Es wird aber schon lange nicht mehr angewandt.“
Zwar sei die Substanz nicht gefährlich, „wenn man nicht am Behälter rüttelt oder den Deckel abnimmt“. Bei Erschütterungen bestehe aber dennoch die Möglichkeit, dass die Chemikalie explodiere. In Abstimmung mit Polizei und Feuerwehr habe man deshalb den Sprengmittelräumdienst hinzugezogen, der die Gefahrenstoffe professionell entsorgte.
Zieht das Klinikum aus dem Gefahrstofffund Lehren? „Die Bestände der Krankenhausapotheke werden in regelmäßigen Abständen umfassend kontrolliert“, sagt die Sprecherin Dietze. Im vorliegenden Fall habe man dabei die Laborsubstanz wohl übersehen, weil sie schon lange nicht mehr eingesetzt werde.
