Esslinger Wein-Lounge: Start auf dem Hafenmarkt mit Regen
Sicher hat sich Markus Hägele den Auftakt seiner vierten Wein-Lounge auf dem Esslinger Hafenmarkt ein bisschen anders vorgestellt. Etwas trockener. Nicht was Menge oder Sorte der konsumierten Tropfen anbelangt, sondern die Zugabe von oben. Denn nach auch meteorologisch freundlichem Beginn fing es schlicht und penetrant zu regnen an.
Freilich ist die Beziehung von Wasser und Wein seit biblischen Zeiten eine wechselhafte. Auf dem Hafenmarkt hat man nicht Wein gepredigt und Wasser getrunken, sondern in gewisser Weise Wasser in Wein verwandelt. Zumindest entsprachen den Tropfen auf Schädel und Scheitel jene anderen, die munter die Kehle hinunterwanderten.
Trotz Regen scharen sich Gäste zum Start der Wein-Lounge unter den Zelten
Hägele, zusammen mit seinem Kumpel Enzo Messinese Ideengeber und Organisator des Edle-Tropfen-Events, gibt sich denn auch zufrieden mit dem Auftakt. In der Tat scharen sich zahlreiche Besucher unter den Zelten und teilweise auch unter den angrenzenden Bäumen. Und weil die Fete auf dem Hafenmarkt noch bis Montag dauert, prophezeit Hägele: „Wir haben noch fünf Tage Zeit für schönes Wetter.“

Ausgeschenkt werden Weine aus der engeren und auch weiteren Region.
Foto: Markus BrändliDer 50-Jährige, 25 Jahre lang in der internationalen DJ-Szene bis runter nach Ibiza zugange, hatte zusammen mit dem 48-jährigen Messinese mitten in der Corona-Tristesse die Idee zu einem Weinfest anderen Stils: „Wir lieben Wein, fühlten uns aber nicht abgeholt von den traditionellen Weinhocketsen.“ Als erfahrene Musik- und Veranstaltungsplaner – Messinese organisiert unter anderem das Esslinger Streetfood-Festival – schwebte ihnen Moderneres vor als Lauben und Butzenscheiben. Was sie absolut nicht als Kritik an der Tradition verstanden wissen wollen, nur als Verjüngung – als Attraktivitätsmagnet für die „jüngere Generation, also Leute ab 30“, sagt Hägele und meint das nicht nur ironisch.
Modisches Schwarz, dezente Lounge-Musik bei Esslinger Fest
Mit Zelten in modischem Schwarz und dezenter Lounge-Musik haben es die beiden 2022 zum ersten Mal probiert: ein Versuch mit offenem Ausgang, der aber nicht allzu lange offen blieb. „Danach waren sich alle einig: das nächste Jahr wieder am selben Ort.“
Bei den kredenzten Rebensäften steht naturgemäß die Region im Mittelpunkt: Die hiesigen Erzeuger vom Teamwerk bis zu den Weingütern Kusterer, Bayer, Max und Wöhrwag sind prominent vertreten. Doch ganz so eng sieht man das mit den regionalen Produkten nicht, bei der Wein-Lounge gilt ein durchaus erweiterter Regionalbegriff, der diesmal nicht nur bis in die Heilbronner Gegend und die Pfalz reicht, sondern bis nach Südtirol. Konkurrenzängste scheint man da nicht zu haben. Würde auch nicht passen zur lockeren Party zwischen Sektempfang und Weinprobe.














