Femizid in Nürtingen
: Getötete Sprachlehrerin – Prozess gegen Iraner wegen Mordes beginnt

Ein 38-Jähriger muss sich ab 3. Juli wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Er soll in Nürtingen aus Eifersucht seine ehemalige Sprachlehrerin getötet haben.
Von
Petra Pauli
Esslingen
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Ein 38-Jähriger muss sich ab 3. Juli für den Tod einer Sprachlehrerin vor Gericht verantworten.

picture alliance/dpa

Am 3. Juli beginnt der Prozess gegen einen mittlerweile 38-Jährigen, der aus dem Iran stammt. Angeklagt ist er wegen Mordes. Ihm wird vorgeworfen, am 19. Oktober 2024 eine 66-jährige Frau in ihrer Wohnung in Nürtingen getötet zu haben. Die beiden kannten sich von einem Sprachkurs, den der Mann besuchte. Die 66-Jährige war seit Jahren ehrenamtlich an der Volkshochschule als Lehrerin tätig, um Geflüchteten Deutsch beizubringen. Die beiden gingen schließlich eine intime Beziehung ein, in der der Angeklagte sehr besitzergreifend gewesen sein soll. Oft sei es deswegen zu Konflikten gekommen.

Laut der Pressestelle des Landgerichts soll es am Tatabend erneut zu einem Streit gekommen sein, weil die Frau nicht bereit gewesen sein soll, ihr selbstbestimmtes Leben und den Kontakt zu anderen Männern aufzugeben. „Dabei soll der eifersüchtige Angeklagte seine ehemalige Sprachlehrerin erwürgt und aufgrund ihres Abwehrverhaltens in die linke Wange sowie in den rechten Unterarm gebissen haben. Anschließend soll er ihren eingewickelten Leichnam in den Neckar geworfen haben“, teilte Gerichtssprecher Timur Lutfullin mit. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als Mord, da die Tötung aus niedrigen Beweggründen erfolgt sei.

Leiche der Sprachlehrerin wird im Neckar bei Nürtingen gefunden

Im späten Nachmittag des 20. Oktober hatte ein Passant auf Höhe der Neckarstraße an einer Fischtreppe die tote Frau dann entdeckt. Die 66-Jährige soll in der Nähe des Fundorts gewohnt haben. Wenige Tage nach der Tat wurde der damals 37-Jährige in seinem Zimmer in einer Flüchtlingsunterkunft in Oberboihingen von der Polizei festgenommen. Die Beamten der eingerichteten Sonderkommission „Ufer“ waren durch Ermittlungen im persönlichen Umfeld der Frau und durch Zeugenaussagen auf die Spur des mutmaßlichen Täters gekommen.

Die 1. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Monika Lamberti hat für das Verfahren sieben Hauptverhandlungstage bis Ende Juli angesetzt. Bislang sind nach Angaben des Gerichtssprechers insgesamt 13 Zeugen geladen.

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