Festival im Central Theater in Esslingen: Filmklassiker im ältesten Kino Süddeutschlands

Eine Szene aus Charlie Chaplins „Modern Times“. Der Film wird am 28. Dezember gezeigt.
picture alliance / United Archiv/IFTNEs gibt Filme, die kann man ein Dutzend Mal gesehen haben, dennoch freut man sich beim Abspann schon aufs nächste Mal. Solche Meilensteine der Kinogeschichte zeigen Klaus Friedrich und Stephen Reed regelmäßig in ihrer Reihe „Cinema Central“. Das Central Theater am Esslinger Roßmarkt bietet als ältestes Kino Süddeutschlands den passenden Rahmen. Nach Weihnachten wollen die Filmenthusiasten in die Vollen gehen, wenn sie vom 28. bis 30. Dezember zu den zweiten Esslinger Klassiker-Filmtagen mit neun Vorführungen einladen. Das Motto „Life, Jazz, Drama“ ist Programm.
Friedrich und Reed waren vor gut zwei Jahren angetreten, herausragende Werke der Filmkunst authentisch zu präsentieren. „Filmklassiker im ältesten Lichtspielhaus Süddeutschlands zu sehen, ist ein besonderes Kinoerlebnis“, finden die beiden Initiatoren. „Hier verbinden sich Filmkunst, Saal, Geschichte und Klassik zu einem authentischen Ganzen und erzeugen eine magische Kinoatmosphäre, die es so in modernen Kinos nicht gibt.“ Einmal im Monat laufen sonntagabends Streifen wie „Sein oder Nichtsein“, „La Strada“ oder „Casablanca“, die in kommerziellen Kinos nur noch selten gezeigt werden und die auf großer Leinwand eine ganz andere Wirkung entfalten als im Nischenfernsehen. Dazu gibt es vor jedem Film eine Einführung.
Filmfestival nach Weihnachten
Weil sich rasch ein treues Stammpublikum zusammengefunden hat, präsentiert „Cinema Central“ zwischen Weihnachten und Neujahr die Klassiker-Filmtage, die ein cineastisches Powerplay versprechen. In den Nachmittagsvorstellungen zeigen die Veranstalter jeweils ab 15 Uhr unter dem Motto „Life“ unvergessene Kinoklassiker: zum Auftakt am 28. Dezember „Modern Times“ von und mit Charlie Chaplin, am 29. Dezember „Der Zauberer von Oz“ und am 30. Dezember „Rio Bravo“ von Howard Hawks.

Stephen Reed (links) und Klaus Friedrich im Saal des Central Theaters (Archivfoto)
Foto: Roberto BulgrinJeweils ab 18 Uhr geht es mit drei Filmen um Beziehungen in unterschiedlichen Formen. „Wie betörend, traurig, zerstörerisch, aber auch irrsinnig komisch und humanistisch dieses Allzeitmenschheitsthema in großen Klassikern verhandelt wird“, soll in der Auswahl Friedrich und Reed gezeigt werden. Am ersten Abend gibt es ein Wiedersehen mit Woody Allens Oscar-prämierter Komödie „Stadtneurotiker“. Ridley Scotts „Thelma & Louise“ ist am 29. Dezember zu sehen: „Ein systemkritisches, spannendes und enorm temporeiches Frauen-Roadmovie, in dem zwei Freundinnen einen Ausflug machen und sich am Ende auf einer dramatischen Flucht wiederfinden“, erklären die Veranstalter. Unter die Haut geht am 30. Dezember Mike Nichols‘ „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ mit Richard Burton und Elizabeth Taylor in den Hauptrollen.
Spätvorstellungen mit Livemusik
Die Spätvorstellungen der Klassiker-Filmtage, die an allen drei Abenden jeweils um 21 Uhr beginnen, gehören in die Rubrik „Film & Jazz“. Thriller, Komödien und Dramen haben immer wieder Jazzmusik als filmisches Stilmittel genutzt. Drei herausragende Beispiele haben die Festivalmacher ausgewählt: „Mo‘ better Blues“ von Spike Lee ist am 28. Dezember zu sehen, Tags darauf läuft „Außer Atem“ von Jean-Luc Godard, und am 30. Dezember enden die Filmtage im Central Theater mit Louis Malles‘ „Fahrstuhl zum Schafott“. Die Filme für das Spätprogramm wurden in Kooperation mit dem Verein Deutsches Jazz Museum ausgewählt. Ergänzend zu den Film-Einführungen gibt es musikalische Livemusik-Intros. „Mo‘ better Blues“ wird mit einem Solo des Jazz-Trompeters Jakob Bänsch eröffnet, Lars Krech sorgt bei den Filmen „Außer Atem“ und „Fahrstuhl zum Schafott“ mit seiner Trompete für ein Warm-up.