Holocaust-Gedenktag: Erinnerung an die Gequälten und Ermordeten des Flughafen-KZ

Gedenkstätte für die Opfer des KZ-Außenlagers Echterdingen-Bernhausen am Airfield der US-Army auf dem Flughafen Stuttgart.
Torsten SchöllVon November 1944 bis Januar 1945 befand sich auf dem Gelände des Flughafens Stuttgart ein Außenlager des elsässischen Konzentrationslagers Natzweiler. Von den 600 am Flughafen internierten jüdischen Häftlingen, die für Arbeiten an der bombardierten Startbahn aus dem KZ-Stutthof bei Danzig ins KZ Echterdingen-Bernhausen verlegt worden waren, haben mindestens 278 den Holocaust nicht überlebt. 119 Menschen waren direkt vor Ort verstorben.
Die beiden Städte Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen halten auch in diesem Jahr am jüdischen Holocaust-Gedenktag Yom Hashoah auf dem Gräberfeld des ehemaligen KZ-Geländes eine Gedenkstunde ab. Mit der Gedenkfeier am 14. April soll an das Leiden der Häftlinge des KZ erinnert werden.
Eine religiöse Feier auf dem Gräberfeld am Stuttgarter Airport
Am Beginn der Veranstaltung steht eine religiöse Feier der Israelitischen Religionsgemeinschaft auf dem Gräberfeld mit einer Ansprache des Stuttgarter Ortsrabbiners Yehuda Puschkin. Im Anschluss sprechen an der Gedenkstätte der Oberbürgermeister der Stadt Filderstadt, Christoph Traub, ein Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg sowie ein Vertreter der US-Army. Den Abschluss gestalten mit einem Beitrag Schülerinnen und Schüler der Immanuel-Kant-Realschule Leinfelden.
Die Existenz des KZ war im Jahr 2005 durch die Entdeckung der sterblichen Überreste von 34 ehemaligen Häftlingen erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt. In der Folge wurde in der Nähe des Hangars, in dem die Häftlinge untergebracht waren, eine Gedenkstätte an der Echterdinger Straße errichtet. Bekannt war zum Zeitpunkt der Skelettfunde, dass 66 Todesopfer des KZ ursprünglich in einem Massengrab im Bernhäuser Forst bei Plattenhardt verscharrt worden waren. 19 waren von der Lagerverwaltung in einem Krematorium in Esslingen eingeäschert worden. Sie alle ruhten seit 1945 auf Geheiß der US-Besatzung im jüdischen Teil des Ebershaldenfriedhofs in Esslingen. Der genaue Ort des Massengrabs bei Plattenhardt wurde 2006 erneut ermittelt.
Für die Teilnahme an der Gedenkfeier ist eine Anmeldung erforderlich
Da sich das Gräberfeld auf dem Flughafen innerhalb des Militärgeländes der US-Army befindet, ist für die Teilnahme an der Gedenkfeier am 14. April um 18.30 Uhr eine vorherige Anmeldung mit Vornamen, Namen, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Personalausweis-Nummer erforderlich. Männliche Teilnehmer müssen während der Feier eine Kopfbedeckung tragen. Außerdem muss der Personalausweis mitgeführt werden. Anmeldung werden bis 31. März unter: info@irgw.de angenommen.